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Stephane Chapuisat schoss in 103 Spielen 21 Tore für die "Nati" © getty

Vor dem entscheidenden Gruppenspiel spricht Stephane Chapuisat über die Chancen der Schweiz und Kritik an Ottmar Hitzfeld.

Von Matthias Becker

München - Einen wie Stephane Chapuisat könnte die Schweiz im Showdown der Gruppe H gegen Honduras (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) dringend gebrauchen.

1994 nahm der Stürmer mit der "Nati" an der WM 1994 in den USA teil und schoss auf dem Weg ins Achtelfinale ein Tor (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Gegen Honduras müssen die Spanier mit mindestens zwei Toren Vorsprung gewinnen, um sicher ins Achtelfinale einzuziehen.

Offensiv präsentierten sich die von Ottmar Hitfeld trainierten Eidgenossen bislang aber alles andere als schlagkräftig.

Der "Schweizer Fußballer des Jahrhunderts" Chapuisat kann nicht mehr helfen, hat er seine Karriere doch 2006 beendet.

Stephane Chapuisat, der unter Coach Hitzfeld bei Borussia Dortmund zum Publikumsliebling, deutschen Meister und Champions-League-Sieger aufstieg, spricht im Interview mit SPORT1 über seinen "Nachfolger" Alexander Frei, die Kritik an Hitzfeld und die Möglichkeit, im Achtelfinale einen Sensation zu schaffen.

SPORT1: für die Schweiz war der bisherige Turnierverlauf eine Achterbahnfahrt. Was erhoffen Sie sich von der Partie gegen Honduras?

Stephane Chapuisat: Wir haben selbst in der Hand, weiterzukommen. Das wird sicherlich ein interessantes Spiel.

SPORT1: Die Schweiz muss wahrscheinlich mit zwei Toren Unterschied gewinnen, um sicher weiterzukommen. Halten Sie das für möglich?

Chapuisat: Wenn wir ins Achtelfinale wollen, dann müssen wir das schaffen. Gegen Honduras ist das sicherlich möglich, aber es wird nicht einfach (Der WM-Spielplan) .

SPORT1: Ottmar Hitzfeld hat in den ersten Spielen recht defensiv agieren lassen. Jetzt muss die Mannschaft selbst etwas tun. Ist die Qualität dafür da?

Chapuisat: Ich denke schon. Das wird einfach ein anderes Spiel. Gegen Spanien wird man automatisch sehr defensiv, weil die Spanier so ballsicher sind. Gegen Chile war es eigentlich gut, aber die Mannschaft sehr lange zu zehnt. Jetzt muss die Mannschaft mehr für das Spiel machen, aber wir haben auch die Spieler dafür.

SPORT1: Nach dem Chile-Spiel gab es Kritik an Hitzfeld, weil er die Sieger-Elf von Spanien umgestellt hat. War die Kritik berechtigt?

Chapuisat: Nach dem Spiel ist man immer schlauer. Vielleicht war auch einer der Spieler angeschlagen. Der Trainer muss das entscheiden. Gegen Chile war die Rote Karte sicherlich bedeutender als die Mannschaftsaufstellung.

SPORT1: Viele Diskussionen gab es mal wieder um den angeschlagenen Alexander Frei. Glauben Sie, dass er der Mannschaft bei diesem Turnier noch helfen kann?

Chapuisat: Für ihn war es sicher nicht die optimale Vorbereitung, nachdem er fast die gesamte Saison verletzt war. Aber ich denke schon, dass er noch helfen kann.

SPORT1: Liegt der Gegner Honduras der Schweiz?

Chapuisat: Wir müssen einfach gewinnen. Von Honduras weiß ich zu wenig, um mir ein richtiges Bild machen zu können. Ich habe nur die beiden bisherigen Gruppenspiele gesehen. Wir können sie auf jeden Fall schlagen.

SPORT1: 2006 war die Schweiz im Achtelfinale, wie weit kann es diesmal gehen? Hat die Schweiz gerade eine gute Generation?

Chapuisat: Wir haben schon eine gute Mannschaft, aber man muss schon realistisch sein. Im Achtelfinale würde es gegen ein Team aus der Brasilien-Gruppe gehen, aber wer weiß, in einem K.o.-Spiel ist vieles möglich. Das Ziel war, sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. Da wäre es natürlich ein Bonus, wenn man eine weitere Sensation schaffen würde.

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