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Spaniens Trainer del Bosque räumt Schwierigkeiten im bisherigen WM-Verlauf ein © getty

Spanien schwimmt "gegen den Strom", erreicht aber das Achtelfinale gegen Portugal. Trainer del Bosque lobt kämpfende Chilenen.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Pretoria - Der Europameister musste leiden.

Doch am letzten Spieltag eroberte Spanien doch noch Platz eins der Gruppe H, erreichte damit das Achtelfinale und ging dort auch Brasilien aus dem Weg. (Der WM-Spielplan)

"Wir haben ein paar sehr schwere Tage hinter uns", fasste Trainer Vicente del Bosque seine Erleichterung in Worte.

"Das erste Spiel gegen die Schweiz verloren zu haben, war ein enormer Rückschlag. Danach mussten wir gegen den Strom schwimmen und hatten dabei große Schwierigkeiten."

Dem 2:0 gegen Honduras ließen die Iberer nun im Loftus-Versfeld-Stadion ein mühsames 2:1 (2:0) gegen Chile folgen.

Chile hilft mit

Dass die Südamerikaner bei beiden Gegentreffern ordentlich mithalfen, spielte den Spaniern in die Karten. Torhüter Claudio Bravo eilte vor dem 1:0 unnötigerweise weit aus dem Strafraum, um an der rechten Außenlinie Fernando Torres abzugrätschen.

Diese Aufgabe hätte der mitgelaufene Verteidiger Waldo Ponce deutlich besser übernehmen können. Denn über Bravo kam der Ball zu David Villa, der den Ball aus 35 Metern ins verwaiste Tor schoss (24.).

Dem dritten Turniertor des Angreifers, der nun mit sechs Treffern bester Torschütze der spanischen WM-Geschichte ist, folgte noch in der ersten Halbzeit das 2:0.

Iniesta wird "Man of the Match"

Als Andres Iniesta die Vorlage Villas nach einem haarsträubenden chilenischen Ballverlust mit einem Flachschuss in die rechte Ecke veredelt hatte, sah Chiles Abräumer Marco Estrada zudem noch die Gelb-Rote Karte, weil er Fernando Torres in die Füße gelaufen war (37.).

"Davids Tor war extrem wichtig für uns", meinte Iniesta, der "Man of the Match", nach dem Spiel.

"Denn es fiel genau in einer schwierigen Phase, als wir die Kontrolle über das Spiel herzugeben drohten."

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Komplimente von del Bosque

In der Tat waren die Chilenen nach einer druckvollen Anfangsphase des Europameisters immer besser in die Partie gekommen, ehe sie sich selbst das Leben schwer machten.

Dass sie nach dem Seitenwechsel trotz Unterzahl durch einen von Gerard Pique abgefälschten 17-Meter-Schuss des gerade eingewechselten Rodrigo Millar noch einmal auf 2:1 herankamen (47.), nötigte Del Bosque Respekt ab.

"Ich muss unserem Gegner ein großes Kompliment machen", sagte er. "Sogar beim Stand von 0:2 und mit nur noch zehn Mann haben sie uns ständig zugesetzt, das blieb so bis zum Ende des Spiels."

Fabregas bringt Sicherheit

Allerdings gelang es Del Bosque mit einem klugen Wechsel, die Gefahr eines chilenischen Ausgleichs zu bannen. "Ich habe Fernando Torres zum einen wegen muskulärer Probleme herausgenommen", erklärte er den Tausch in der 55. Minute.

"Zum anderen brauchten wir mehr Ballkontrolle im Mittelfeld, deshalb habe ich Cesc Fabregas gebracht." (Die WM-Kader im Überblick)

Fortan war Ruhe im Karton, zumindest was die chilenische Offensive betrifft. Die Südamerikaner wehrten sich zwar wacker, aber spätestens in den letzten zehn Minuten war ihnen die Müdigkeit anzumerken.

Jetzt wartet Portugal

Da die Chilenen nicht mehr konnten und Spanien nichts mehr für das Spiel tun musste, verkam die Schlussphase zu einem unansehnlichen Ballgeschiebe.

Als Gruppenerster trifft Spanien nun am Dienstag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) in Kapstadt auf den iberischen Rivalen Portugal.

"Dann eben noch einmal"

Die Chilenen müssen am Montag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) im Johannesburger Ellis Park gegen Brasilien ran.

Dabei fehlen ihnen neben Estrada auch die gelbgesperrten Ponce und Gary Medel.

"Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns gut vorzubereiten", meinte der Leverkusener Arturo Vidal. "Und dann spielen wir eben noch einmal gegen eine der besten Mannschaften der Welt."

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