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Bayern-Star Arjen Robben (l.) erzielte das 3:1 gegen Uruguay per Kopf © getty

Erstmals seit 32 stehen die Niederlande wieder im WM-Finale, in dem der Europameister wartet. Robben ist "total zufrieden".

Aus Südafrika berichtet Thorsten Mesch

Kapstadt - Auf dem Platz lagen sich die Spieler in den Armen, auf der Tribüne tanzten Kronprinz Willem-Alexander und seine Maxima vor Freude.

Ganze sieben Jahre alt war die Prinzessin von Oranien-Nassau, als in ihrer Geburtstadt Buenos Aires zum letzten Mal eine Nationalmannschaft ihrer neuen Heimat im Finale stand.

"Das letzte Endspiel liegt 32 Jahre zurück, das ist unglaublich, was wir erreicht haben", freute sich Trainer Bert van Marwijk über den hart erkämpften 3:2-Sieg im Halbfinale gegen Uruguay 259948(DIASHOW: Bilder des Spiels).

"Es ist ein sehr besonderer Moment, dass wir das nach so langer Zeit geschafft haben", sagte ein glückselig lächelnder Dirk Kuyt (Der SPORT1-WM-Spielplaner).

"32 Jahre ist eine lange Zeit. Es ist das dritte Mal, und dieses Mal müssen wir es gewinnen", ergänzte die Arbeitsbiene in der niederländischen Offensive.

Letzte Chance für van Bommel

Sein Teamkollege Mark van Bommel warf den Fans im Stadion und an den TV-Bildschirmen eine Kusshand zu.

"Ich bin froh, dass wir weiter sind. Heute war es nicht super, aber wir stehen im Finale", sagte der Mittelfeldspieler des FC Bayern und ergänzte:

"Das ist meine letzte Chance bei einer WM. Eine Gelegenheit, die in meinem Leben nicht noch einmal kommt."

Robben hofft auf Deutschland

1978 verlor das Oranje-Team das Finale gegen Argentinien. Vier Jahre zuvor hatte die große Mannschaft um Kapitän Johann Cruyff in Deutschland ebenfalls im Endspiel gegen die Mannschaft des Gastgebers verloren.

Am Sonntag in Johannesburg heißt der Gegner nun Spanien, das Deutschland mit 1:0 besiegte. (GAMES: Das WM-Tippspiel).

"Ich hoffe auf Deutschland, auch für meine Jungs von Bayern, die gegen England und Argentinien super gespielt haben und es verdient hätten", sagte Arjen Robben noch vor dem zweiten Halbfinale.

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"Konzentriert weiterarbeiten"

Der Dribbelkünstler vom deutschen Rekordmeister freute sich besonders über sein Kopfballtor zum 3:1 in der 73. Minute, das ihm Kuyt mit einer Maßflanke vorgelegt hatte.

Robben sei jetzt "total zufrieden", aber nun sei es ebenso wichtig, "konzentriert weiterzuarbeiten und sich auf das Finale vorzubereiten."

Im Halbfinale gegen Uruguay hatte die "Elftal" große Mühe und konnte über weite Strecken nicht überzeugen.

"Wir mussten heute kämpfen, es war ein schwieriges Spiel. Das Wichtigste ist aber, dass wir gewonnen haben", ergänzte Wesley Sneijder, der das 2:1 erzielt hatte.

Stekelenburg räumt Fehler ein

"Wir wussten von Beginn an, was wir wollten und haben es verdient, im Finale zu stehen", meinte Maarten Stekelenburg zu SPORT1.

Der Torwart nahm den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich durch Diego Forlans 28-Meter-Schuss auf seine Kappe.

"Das erste Gegentor war mein Fehler", gab Stekelenburg zu: "Ich habe den Ball zu spät gesehen, aber solche Dinge passieren. Jetzt werden wir ein bisschen feiern und uns angucken, wer unser Gegner sein wird."

Van der Vaart tippt auf Spanien

Rafael van der Vaart, der in der zweiten Halbzeit für Demy de Zeeuw ins Spiel gekommen war und für mehr Schwung in der Offensive gesorgt hatte, erklärte, er glaube an ein Finale gegen Spanien (GAMES: Das WM-Tippspiel).

"Sie haben die besseren Spieler, wie zum Beispiel Xavi oder Iniesta. Wenn es aber Deutschland schafft, dann wird es eines der schönsten Spiele", sagte der ehemalige Hamburger direkt nach der Partie.

Uruguays Trainer stolz

Für die Uruguayer platzte der Traum vom dritten WM-Titel nach 1930 und 1950.

"Natürlich sind wir traurig, aber wir haben viel erreicht, sind weit gekommen - obwohl uns das keiner zugetraut hatte. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler", sagte Trainer Oscar Tabarez.

"Wir haben verloren, aber wir gehen mit erhobenen Köpfen", betonte Torwart Fernando Muslera, und Torjäger Diego Forlan, der in der Schlussphase wegen eine Sehnenverletzung entkräftet vom Platz gegangen war, bilanzierte:

"Wir haben ein unglaubliches Turnier gespielt, das hätte niemand von uns erwartet. Nun wollen wir versuchen, am Samstag das Spiel um Platz drei zu gewinnen."

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