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Piotr Trochowski (r.) wurde bei der WM bislang drei Mal für Thomas Müller eingewechselt © imago

Piotr Trochowski ersetzt im Halbfinale den gesperrten Thomas Müller. Der Trainer der Spanier fürchtet eine alte Weisheit.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Durban - Die letzte Frage ist geklärt, der Showdown kann beginnen:

Piotr Trochowski wird im WM-Halbfinale gegen Spanien (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) den gesperrten Thomas Müller auf der rechten Seite im Mittelfeld ersetzen.

Bundestrainer Joachim Löw gibt dem Hamburger damit den Vorzug vor Toni Kroos und Cacau.

Mit Trochowski geht die DFB-Elf also die große Revanche für das EM-Finale 2008 an - während sich Fußball-Deutschland Sorgen wegen Tintenfisch Pauls Essensauswahl im "Sea Life" Oberhausen macht.

"Wir möchten nicht in Schönheit sterben"

Gut, dass auch die Spanier nicht ganz unvorbelastet in das Spiel im Moses-Mabhida-Stadion von Durban gehen.

"Schon als Kind lernt man: Es gibt ein Turnier, und am Ende steht Deutschland im Finale", erklärte Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque (DATENCENTER: WM-Viertelfinale) .

Dass das mit der aktuellen Zielsetzung des Europameisters kollidiert, ist dem 60-Jährigen durchaus bewusst. Schafft die "Roja" den Sprung ins WM-Endspiel, wäre das eine Premiere.

"Deutschland hat seine Stärken im Direktspiel und der Geschwindigkeit bei Gegenstößen", urteilt Del Bosque. "Und wir möchten ganz bestimmt nicht in Schönheit sterben."

Torres nur auf der Bank

Gut möglich also, dass er auf ein System mit nur einer Spitze umstellt, um mit einem fünften Mittelfeldmann die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen.

Für den nach seiner Knieoperation immer noch formschwachen Fernando Torres bleibt jedenfalls nur ein Platz auf der Bank.

Pedro rückt für ihn in die Anfangsformation.

Stimmung "nicht euphorisch"

Das deutsche Team hatte sich aber ohnehin nicht groß mit der Aufstellung des Gegners beschäftigt. Von Furcht ist nichts zu spüren.

"Die Stimmung bei uns ist gut, aber nicht euphorisch", berichtet der Bundestrainer.

"Ich sehe die Konzentration. Jeder, der hier beteiligt ist, will mehr. Wir stehen im Halbfinale, da kann das Ziel nur sein, den Berg ganz nach oben zu kommen."

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Zum zwölften Mal hat die deutsche Mannschaft die Vorschlussrunde erreicht. Sieben Mal schaffte sie es bisher ins Finale, zuletzt 2002.

Schuster sieht DFB-Team im Vorteil

"Ich denke, dass Deutschland im Moment ein wenig besser drauf ist", erklärt Schuster. "Es ist einfach nicht dasselbe, ob du in der Runde zuvor 4:0 gegen Argentinien gewonnen hast oder 1:0 gegen Paraguay."

Wenn Pauls Essensauswahl ein schlechtes Omen ist, geht zumindest das Spieldatum als gutes Vorzeichen für die deutsche Mannschaft durch.

Vor 36 Jahren sicherte sie sich an eben jenem 7. Juli mit dem 2:1 im Finale gegen die Niederlande den WM-Titel.

SPORT1 hat die Fakten zum WM-Halbfinale:

Die Bilanz:

Die deutsche Auswahl hat der spanischen bislang 20 Mal gegenübergestanden.

Dabei setzte sie sich acht Mal durch, je sechs Mal gab es eine Niederlage oder ein Unentschieden. Das bislang letzte Aufeinandertreffen entschieden die Spanier für sich.

Im EM-Endspiel setzten sie sich am 29. Juni 2008 in Wien mit 1:0 durch. Das Tor erzielte Torres.

Spieler im Fokus:

Piotr Trochowski: Der Ersatzmann für den gesperrten Thomas Müller ist auf dem rechten Flügel gefordert, Spaniens Linksverteidiger Joan Capdevila zuzusetzen.

Klappt das nicht, droht dem deutschen Offensivspiel eine Linkslastigkeit, es wäre deutlich leichter auszurechnen.

David Villa: Der EM-Torschützenkönig hat fünf der sechs spanischen Treffer im Turnier erzielt, den sechsten legte er auf.

"Wir sollten unser Augenmerk trotzdem nicht ausschließlich auf ihn legen", meint Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff:

"Die Spanier haben neben Villa noch Xavi, Andres Iniesta, Xabi Alonso oder Torres. Alle können entscheidende Akzente setzen."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Deutschland: 1 Neuer - 16 Lahm, 17 Mertesacker, 3 Friedrich, 20 Boateng - 6 Khedira, 7 Schweinsteiger - 15 Trochowski, 8 Özil, 10 Podolski - 11 Klose

Spanien: 1 Casillas - 15 Ramos, 3 Pique, 5 Puyol, 11 Capdevila - 16 Busquets - 8 Xavi, 14 Xabi Alonso, 6 Iniesta - 10 Fabregas (9 Torres/21 Silva) - 7 Villa

Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)

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