vergrößernverkleinern
Lionel Messi schoss in 48 Spielen 13 Tore für die argentinische Nationalmannschaft © getty

Argentiniens Superstar wartet noch immer auf seinen ersten WM-Treffer. Gegen Deutschalnd will er seine Flaute endlich beenden.

Aus Südafrika berichtet Thorsten Mesch

Durban/Kapstadt - Er wartet noch immer auf sein erstes Tor, eine Wette mit seinem Trainer hat er verloren, doch Lionel Messi hat bei der WM noch Großes vor.

"Ich habe mit Diego Maradona gewettet, dass ich gegen Mexiko treffe", verriet Argentiniens Superstar nach dem 3:1-Sieg im Achtelfinale via Intenet-Blog.

"Jetzt mache ich gegen Deutschland eben zwei", kündigte der Stürmer vom FC Barcelona für das Viertelfinale gegen die DFB-Auswahl am Samstag (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) in Kapstadt scherzhaft an.

Es klingt unglaublich, ist aber wahr: Argentinien hat alle vier Spiele gewonnen, dabei zehn Tore erzielt, doch Messi ist bisher leer ausgegangen.

Das heißt jedoch nicht, dass der Weltfußballer in Südafrika enttäuscht hat.

Im Gegenteil: Messi ist, wenn auch ohne alle anderen zu überstrahlen, einer der herausragenden Akteure dieser WM.

Messi sorgt zwar immer wieder für geniale Momente, seinen Stempel konnte er der WM jedoch noch nicht aufdrücken.

Meiste Torschüsse abgegeben

Mehrmals setzte er seine Mitspieler jedoch mustergültig in Szene, bereitete vier Tore vor.

Neben Ghanas Torjäger Asamoah Gyan hat der Barca-Star die meisten Torschüsse bei dieser WM abgegeben. 23 Mal versuchte er es - und hatte eben nur Pech im Abschluss.

"Mein Treffer wird schon noch kommen. Man darf jetzt nicht die Geduld verlieren", wiederholt der Superstar inzwischen nach jedem Spiel.

Rolle hinter den Spitzen

Messi füllt die ihm von Maradona zugeteilte Rolle hinter den Spitzen Carlos Tevez und Gonzalo Higuain pflichtbewusst aus, da aber auf dem Flügel noch Angel di Maria spielt, wurde er bisher etwas in seinem Wirkungsgrad eingeschränkt.

Argentiniens Mannschaft spielt stark, aber nicht fehlerfrei.

Messi, Higuain, der mit vier Treffern die WM-Torschützenliste anführt, und Tevez überdecken mit ihrer Offensivstärke die Schwächen des zweimaligen Weltmeisters.

"Albiceleste" mit Problemen in der Abwehr

Das Spiel der Südamerikaner wirkt ab und an nicht ausbalanciert.

Zudem bekommt die Abwehr um Bayern-Profi Martin Demichelis bei schnellen Angriffen, wie sie das DFB-Team gegen Australien oder England in Perfektion vorgetragen hat, Probleme.

Respekt vor Deutschland

"Deutschland wird ein schwieriger Gegner sein", weiß auch Messi.

"Sie haben gute junge Leute und wir kennen die erfahrenen Spieler bereits von der WM 2006. Sie haben quasi die gleiche Basis wie wir."

Auf dem Weg zur Bestform

Deutschland hat Özil, Müller und Podolski, aber Argentinien hat Messi, der an einem guten Tag jedes Spiel quasi allein entscheiden kann.

Als Argentinien im März in München 1:0 gegen die deutsche Mannschaft gewann, erzielte Higuain den Siegtreffer, Messi spielte damals noch nicht in der Verfassung, die man von ihm aus Barcelona kennt.

Nun fehlt ihm nur noch wenig zu seiner Bestform. Ein Tor, oder wie er selbst sagt: am besten zwei.

Vor vier Jahren hatte ihn der damalige Nationaltrainer Jose Pekerman 120 Minuten auf der Bank schmoren lassen und ihn zum Unverständnis vieler zum Nebendarsteller degradiert.

Am Samstag soll Messi nun die Hauptrolle übernehmen. Das Drehbuch schreiben. Regie führen. Und nach Möglichkeit auch noch ein Tor erzielen. "Wenn man ein ganz großer Spieler werden will, muss man die WM gewinnen", sagt Messi und scheint zum Multi-Tasking bereit.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel