vergrößernverkleinern
Paraguay verpasste den erstmaligen Einzug in ein WM-Halbfinale © getty

Trotz der Niederlage gegen den Europameister regnet es für Paraguays Spieler Lob und Annerkennung. Der Trainer denkt ans Aufhören.

Johannesburg - Gekämpft, gerackert, gescheitert.

Ein verschossener Elfmeter und eine kurze Unkonzentriertheit versperrten Paraguay den Weg ins WM-Halbfinale (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Für die Südamerikaner erwies sich Spanien als zu stark.

Für Deutschland ist der Europameister nach Ansicht von Nelson Valdez Co. am Mittwoch in Durban aber eine überwindbare Hürde.

"Ich denke, dass Deutschland gute Chancen auf das Finale hat", sagte der Dortmunder nach dem 0:1 (0:0) im Viertelfinale gegen die Iberer258713(die Bilder des Spiels).

Für die Deutschland-Experten in der Albirroja sind die Rollen vor dem Halbfinale klar verteilt.

Tipps für Deutschland

"Für Spanien wird es gegen Deutschland ganz schwer", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi Roque Santa Cruz und fügte anerkennend hinzu:

"Das deutsche Team spielt bei dieser WM auf einem unglaublichem Niveau."

BVB-Stürmer Valdez hatte für Joachim Löw und die Auswahl des DFB auch gleich wertvolle Tipps auf Lager.:

"Die Deutschen müssen den Spaniern im Mittelfeld auf den Füßen stehen. Es gilt, Xavi, Iniesta und Xabi Alonso aus dem Spiel zu nehmen. Wenn man dann vorne auch noch schnell ist, hat man eine gute Chance."

Cardozos Nerven versagen

Nach der Niederlage im ersten WM-Viertelfinale ihrer Fußball-Historie schwankten die Paraguayer zwischen Enttäuschung und Stolz.

Lange Zeit hatten die Südamerikaner dank einer taktischen Meisterleistung den Europameister überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen.

Oscar Cardozo hatte gar das 1:0 auf dem Fuß, scheiterte bei seinem Strafstoß aber an Iker Casillas (59.).

Sieben Minuten vor dem Abpfiff besiegelte David Villa mit seinem fünften Turniertreffer dann das Aus der Südamerikaner.

Trainer Martino stolz

"Wir haben unser ganzes Herz ins Spiel gelegt und nach einer Partie auf Augenhöhe mit Spanien erst in den Schlussminuten verloren", sagte Nationaltrainer Gerardo Martino.

"Ich bin sehr stolz auf meine Spieler. Ich kann ihnen nur gratulieren. Sie haben bei diesem Turnier Geschichte geschrieben", sagte Martino.

"Wir sind sehr traurig. Wenn man so nah dran ist, ist eine Niederlage sehr schmerzhaft. Aber wir haben auf dem Platz alles gegeben und können mit erhobenem Haupt nach Hause fahren", stellte der Ex-Bayern-Profi Santa Cruz fest.

Die Heimat reagierte mit Trotz auf das unglückliche Ausscheiden. "Und ihr seid trotzdem Helden", schrieb die Tageszeitung "Ultima Hora".

"Mit Mut, Willensstärke und einem großen Herzen verabschiedet sich die Albirroja aus Südafrika", hieß es bei "La Nacion".

Der Präsident gratuliert

Und auch von höchster Stelle regnete es förmlich Lob und Anerkennung.

"Liebe weißrote Löwen, es hat sich nichts geändert. Ihr habt bei der WM den letzten Tropfen Schweiß gegeben. Ihr seid die wahren Meister in den Herzen der Paraguayer", ließ Staatspräsident Fernando Lugo mitteilen.

Ob auch die möglichen Heldentaten der Zukunft wieder unter der Leitung von Trainer Martino vollbracht werden, bleibt allerdings abzuwarten.

Coach und Santa Cruz vor Abschied

"Ich bin stolz, nicht nur auf dieses Spiel, sondern auf die letzten vier Jahre, in denen wir zusammengearbeitet haben. Jetzt fängt ein neuer Zyklus an, mit mir oder ohne mich", deutete der Coach einen Abschied an.

Und auch der 29-jährige Santa Cruz liebäugelt mit seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft:

"Das Alter ist nicht das Problem, sondern mein Körper. Noch ist es zu früh, darüber zu reden. Ich muss erst mit meiner Familie sprechen."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel