Nordkorea wird vor der Fußball-WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) kein Trainingslager in Simbabwe abhalten.

Nach Protesten aus Teilen der Regierung des afrikanischen Landes haben sich die Asiaten für eine Absage entschieden. Dies meldet die südafrikanische Zeitung "The Citizen" auf ihrer Internetseite und beruft sich dabei auf eine hochrangige, regierungsnahe Quelle.

Ursprünglich hätte das Team aus Nordkorea am Dienstag in Simbabwe eintreffen sollen, um in Harare unter anderem Spiele gegen lokale Teams auszutragen.

Von der Hauptstadt aus war die Weiterreise ins benachbarte WM-Gastgeberland geplant.

In Simbabwe, wo sich Diktator Robert Mugabe seit 30 Jahren an der Macht hält, regiert seit den letzten Wahlen eine Zwangskoalition, an der nach internationalem Druck auch der einstige Oppositionsführer und eigentliche Wahlsieger Morgan Tsvangirai beteiligt ist.

Dessen Anhänger hatten protestiert gegen den Besuch Nordkoreas, das von der Mugabe-Seite zum Trainingslager eingeladen worden war.

Hintergrund des Geschehens: 1983 hatten nordkoreanische Militärs eine neu formierte Armee-Brigade ausgebildet, die bei einem Aufstand im Westen Simbabwes ein Blutbad unter Zivilisten anrichtete. Dabei sollen nach unterschiedlichen Angaben zwischen 8000 und 20.000 Menschen umgebracht worden sein.

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