Der Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca plädiert für die Einführung der Torkamera im Fußball und fordert mehr Verständnis für sich und seine Kollegen.

"Vielleicht die Torkamera. Mehr nicht", sagte der 41-Jährige im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" auf die Frage, ob er sich mehr technische Unterstützung auf dem Platz wünsche.

Wer noch mehr technische Überwachung fordere, solle doch gleich "die Roboter aufstellen, sie programmieren und als Schiedsrichter einsetzen. Das ginge doch. Aber es würde den Fußball kaputtmachen. Dieser schöne Sport wäre dann nur noch eine Art Computerspiel".

Vor allem wünscht Busacca sich mehr Toleranz von den Spielern und den Fans: "Wir Schiedsrichter sind keine Götter. Wir werden immer Fehler machen." Ein Spieler, "der Millionen verdient", könne 89 Minuten grauenhaft spielen, sei aber der Größte, wenn er in der letzten Minute ein Tor erziele:

"Wenn der Schiedsrichter 89 Minuten gut pfeift und am Ende einen Fehler macht, wollen ihn alle nur noch umbringen. Mit diesem Widerspruch müssen wir leben."

An seinen bislang wohl spektakulärsten Fehler möchte Busacca am liebsten gar nicht mehr erinnert werden. 2009 wurde er für drei Begegnungen gesperrt, weil er während eines Schweizer Pokalspiels pöbelnden Fans den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt hatte.

"Ich möchte darüber nicht reden. Wichtig ist für einen Schiedsrichter, immer ruhig zu bleiben", sagte er.

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