William Gallas hat knallhart mit Raymond Domenech abgerechnet und dem inzwischen abgetretenen Nationaltrainer die alleinige Schuld an Frankreichs katastrophalem Auftritt bei der Weltmeisterschaft gegeben.

"Es war ein Fiasko, für das es Gründe gibt. Ich sehe keinen Sinn darin, etwas zu verschleiern. Alles ging vom Trainer aus. Er war das wahre Problem", sagte der 32-Jährige dem Wochenmagazin "Les Inrockuptibles": "Ich war nicht gut, wir waren nicht gut. Aber der Coach war einfach nicht auf dem neuesten Stand. Ich war entsetzt, dass wir nicht mit zwei Stürmern gespielt haben."

Gallas kritisierte auch die Trainingsmethoden Domenechs: "Sogar die Übungseinheiten hatten nicht das nötige Niveau. Man kann die besten Spieler der Welt haben, aber ohne den entsprechenden Trainer kann man nichts erreichen", meinte der Abwehrspieler.

Selbst den Aussetzer von Nicolas Anelka, der Domenech in der Halbzeitpause des WM-Vorrundenspiels gegen Mexiko auf das Übelste beschimpft hatte, rechtfertigte Gallas: "Anelka hatte schon ein paar Wochen zuvor genug. Domenech hat uns immer wieder gesagt, dass wir unsere Egos hintanstellen sollten. Er selbst hat das aber wohl vergessen."

Anelka war in Folge seiner Hass-Tirade vom französischen Verband suspendiert worden. Die Mannschaft reagierte daraufhin mit einem Trainingsboykott.

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