Der bis heute ungeklärte Fall um den Tod des einstigen DDR-Fußballers Lutz Eigendorf könnte neu aufgerollt werden.

Vor dem Düsseldorfer Landgericht soll nach Medienberichten ein wegen schweren Raubes angeklagter Mann erklärt haben, dass er den Mordauftrag von der Staatssicherheit der DDR übernommen, aber nicht ausgeführt habe.

Damit wäre erstmals ein Mordauftrag im Fall Eigendorf bestätigt.

Bei der Berliner Staatsanwaltschaft, früher bereits mit dem Fall beschäftigt, waren am Mittwoch allerdings keine Anträge zur Wiederaufnahme des Falles eingegangen.

"Bislang hat uns nichts erreicht", erklärte Sprecher Martin Steltner von der Berliner Behörde. Eine Wiederaufnahme sei nur dann möglich, wenn sich neue Zeugen äußern würden, betonte Steltner.

Lutz Eigendorf gelang als großes Talent vom einstigen DDR-Vorzeigeklub BFC Dynamo Berlin vor drei Jahrzehnten eine spektakuläre Flucht in den Westen.

Am 20. März 1979 hatte er ein Spiel des DDR-Abonnementmeisters im Rahmen des gesamtdeutschen Sportverkehrs beim 1. FC Kaiserslautern zur Flucht in den goldenen Westen genutzt. Vier Jahre später - am 7. März 1983 - starb er im Alter von nur 26 Jahren bei einem Auto-Unfall unter Umständen, die bis heute ungeklärt sind.

Dass die Staatssicherheit der DDR, die "Stasi", dabei ihre Hände im Spiel hatte, ist nicht bewiesen. Doch viele Indizien deuten bis heute darauf hin. Vor seiner Flucht hatte der gebürtiger Brandenburger Eigendorf sechs Auswahlspiele für die DDR bestritten.

Im Westen stand er beim 1. Fc Kaiserslautern (1980 bis 1982) sowie bei Eintracht Braunschweig (1982 bis 1983) unter Vertrag.

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