Hans-Georg Moldenhauer hat die Forderung nach neuen Ermittlungen im bislang ungeklärten Fall um den Tod des einstigen DDR-Fußballers Lutz Eigendorf begrüßt.

"Man darf nichts unter den Tisch fallen lassen. Wenn es tatsächlich neue Hinweise gibt, bin ich für weitere Untersuchungen", sagte der Vorsitzende des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV).

Für den obersten Fußball-Funktionär Ostdeutschlands hat der Fall auch Jahrzehnte nach Eigendorfs Tod noch eine besondere Brisanz.

"Er hat uns gezeigt, dass Dinge in der DDR passiert sind, die man selbst nie für möglich gehalten hat", sagte der Magdeburger. Allerdings, so Moldenhauer, müsse genau geprüft werden, ob die Aussagen des neuen Zeugen als seriös zu betrachten seien.

Vor dem Düsseldorfer Landgericht hatte zuletzt ein wegen schweren Raubes angeklagter Mann erklärt, dass er im Falle Eigendorf den Mordauftrag von der Staatssicherheit der DDR übernommen, aber nie ausgeführt habe. Damit wurde erstmals ein Mordauftrag bestätigt.

Der frühere Fußball-Profi Eigendorf war am 20. März 1979 in den Westen geflüchtet und am 7. März 1983 unter misteriösen Umständen bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Von Beginn an gab es Mutmaßungen, dass die Staatssicherheit beim Tod des Flüchtlings die Hände im Spiel hatte.

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