Die Zahl der im "Fall Manfred Amerell" betroffen Schiedsrichter liegt höher als bisher bekannt. "Die kolportierte Zahl von vier Betroffenen ist falsch. Es sind mehr", sagte Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, in Interviews mit den Tageszeitungen "Welt" und "Hamburger Abendblatt".

Laut Zwanziger seien außerdem "noch ein paar Briefe eingegangen, teilweise anonym, teilweise auch nicht, die uns weitere Hinweise gegeben haben und denen wir nun auch nachgehen." Amerell soll Schiedsrichter belästigt haben. Zwanziger sagte, dass es bei den Vorwürfen gegen Amerell "im Kern um den Missbrauch eines Amtes" gehe.

"Das Problem ist doch, wenn ein Abhängigkeitsverhältnis entsteht, dass zu Vor- oder Nachteilen für junge Schiedsrichter führt. Das ist für ein objektives Beurteilungsverfahren nicht akzeptabel", sagte der DFB-Boss weiter.

Schiedsrichter Michael Kempter hatte die Affäre ins Rollen gebracht, als er sich an Schiedsrichter-Boss Volker Roth wandte. Der Referee, der derzeit nicht eingesetzt wird, soll nach dem Willen von Zwanziger nun auch so schnell wie möglich wieder in den Spielbetrieb eingegliedert werden.

"Er hat sich nicht als homosexuell bezeichnet und es spielt auch keine Rolle. Die Fans können zeigen, ob sie so sind, wie sie beim Tod von Robert Enke waren, oder doch ganz anders."

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