In der DFB-Affäre um Manfred Amerell hat sich Schiedsrichter Michael Kempter im DSF erstmals ausführlich zu Wort gemeldet und seine schweren Vorwürfe gegen den zurückgetretenen Schiedsrichter-Obmann öffentlich gemacht.

"Es gab klare Annäherungsversuche von ihm", erklärte er: "Das ging schrittweise, zunächst von der Hand auf dem Oberschenkel, dann immer weiter in Richtung Genitalbereich, unter anderem auch mit Küssen und er hat seine Hände auch auf den Genitalbereich gelegt."

Es habe ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihm und Amerell gegeben: "Mir wurde schon auch mal gedroht, dass manches Auswirkungen auf die Ansetzungen haben kann und da war ich schon immer eingeschüchtert."

Zum Schritt, seine Vorwürfe öffentlich zu machen, hätte er sich entschlossen, nachdem er ähnliche Vorwürfe anderer Schiedsrichter gehört hätte: "Unter anderem hatte ich die Information, dass Manfred Amerell zu einem jüngeren Schiedsrichter gesagt hat 'Darf ich dich meinen Schatz nennen?' und das war für mich die letzte Etappe, zu sagen: Alles was recht ist, so kann es nicht weitergehen."

Aussagen Amerells zu ihrem Verhältnis "entsprechen nicht der Wahrheit", so Kempter. Er sei "erschüttert, wie ein Mensch die Täter- und Opferrolle derart vertauschen kann".

Amerells Anwalt Jürgen Langer nahm Kempters Aussagen mit "Irritation" zur Kenntnis: "Ob Michael Kempter mit diesem Interview so gut beraten war, möchte ich nicht kommentieren."

Er verwies auf ein Verfahren am 4. März vor dem Landgericht München, in dem die Vorwürfe geklärt werden sollen.

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