Präsident Theo Zwanziger hat die Vorgehensweise des Deutschen Fußball-Bundes im Fall "Manfred Amerell" verteidigt und den staatlichen Behörden die Unterstützung des Verbandes bei der Aufklärung zugesagt.

"Wir kehren nichts unter den Teppich und sind transparent mit den Vorgängen umgegangen. Aber wir können auch nicht immer alles gleich sagen, weil wir auch eine Schutzpflicht gegenüber unseren jungen Schiedsrichter haben", sagte Zwanziger. Zuletzt hatte es Kritik an der Aufklärungsarbeit des DFB gegeben.

Gelassen blickt Zwanziger der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht München I am 4. März entgegen, zu die DFB-Spitze nicht geladen ist. "Sollten wir von den staatlichen Behörden gebeten werden, unsere Erkenntnisse in dem Fall herauszugeben, dann werden wir das tun", erklärte Zwanziger.

Der DFB-Boss betonte nochmals die Notwendigkeit von Amerells Rücktritt vom Posten des Schiedsrichtersprechers. Zwanziger liegt seit 15. Februar ein Brief von einem Unparteiischen des Bayerischen Verbandes vor, der darin ein "merkwürdiges Verhalten" und "öffentliche Liebkosungen" zwischen Amerell und einem Schiedsrichter im Rahmen eines Lehrganges in Duisburg-Wedau beschreibt.

"Das, was er in dem Brief schildert, deckt sich mit den Angaben in unseren Unterlagen. Deshalb gab es für uns keine andere Entscheidung, als Amerells Rücktritt zu akzeptieren", meinte Zwanziger, der nochmals auf die Intention des DFB hinwies. Es gehe nicht darum, wer mit wem etwas habe, wer Täter und wer Opfer sei.

"Es geht darum, dass eine Persönlichkeit wie Amerell in seinem Amt eine besondere Verpflichtung hat", sagte der DFB-Präsident: "Und wer sich in diesem Auftrag auf Beziehungen mit einem oder mehreren Schiedsrichtern einlässt, der ist bei uns nicht mehr zu gebrauchen."

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