Der Konflikt zwischen Südkoreas führenden zwei Religionsgemeinschaften hat sich auf den Fußball ausgeweitet.

Der Jogye-Orden als größte Buddhisten-Gemeinschaft des Landes forderte vom nationalen Fußball-Verband KFA ein Verbot christlicher Gebetsgesten beim Jubel nach einem Torerfolg. Minimalziel der Mönche ist eine entsprechende Vorschrift zumindest für Spiele, die im Fernsehen übertragen werden.

KFA-Funktionäre gaben allerdings schon zu bedenken, dass ein Verbot religiöser Gesten nicht mit der bereits existierenden Untersagung politischer Botschaften im Fußball gleichzusetzen wäre. Der Verband muss auf die Forderung des Jogye-Ordens reagieren.

"Aber persönlich bin ich nicht ganz sicher, wie weit wir den religiösen Glauben der Spielers beschränken können", sagte ein KFA-Sprecher.

Bereits während der Olympischen Winterspiele in Vancouver war der Sport in Südkorea zur Bühne religiöser Auseinandersetzungen geworden. Ein TV-Moderator verlor seinen Arbeitsplatz, nachdem er den Olympiasieg von Eisschnellläufer Lee Seung-Hoon über 10.000 m als "Gottes Willen" bezeichnet hatte. In Südkorea leben rund 10 Millionen Buddhisten und etwa 13,7 Millionen Christen.

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