Im Zuge des Fußball-Wettskandals sind am Donnerstag in der Türkei sieben weitere verdächtige Personen festgenommen worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anatolia befand sich darunter auch ein Profi aus der zweiten türkischen Liga.

Laut des türkischen Verbandes TFF bezieht sich die Polizeiaktion jedoch auf drei einzelne Spielmanipulationen im vergangenen Jahr und nicht auf den europaweiten Wettskandal, mit dem sich seit 2009 die Staatsanwaltschaft Bochum befasst.

Bereits Ende März hatte es in Bezug auf manipulierte Spiele in der Türkei 46 Festnahmen und zahlreiche Verhöre gegeben. Prominentester Verdächtiger ist der ehemalige Bundesliga-Profi Fatih Akyel, der 2005 drei Monate im Kader des Bundesligisten VfL Bochum stand und 2002 mit der türkischen Nationalmannschaft WM-Dritter wurde.

Unterdessen berichtete die Süddeutsche Zeitung am Donnerstag von einer Aussage des aus Niedersachsen stammenden und in Deutschland inhaftierten Nurretin G. sowie einer anschließenden Verhaftungswelle in der Türkei.

Nach dessen Aussagen zu über 100 manipulierten Spielen und Stellungnahmen weiterer Inhaftierter waren türkische Ermittler vergangene Woche nach Deutschland gereist, um bei der Bochumer Staatsanwaltschaft Einblick in die Vernehmungsunterlagen zu erhalten und Nurretin G. zu befragen.

Kurz danach sei es in der Türkei zu zahlreichen Verhaftungen gekommen. Demnach sollen Präsidenten, Trainer und Spieler von Manipulationen gewusst und zum Teil daran verdient haben.

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