DFB-Präsident Theo Zwanziger hat sich in der Affäre um Manfred Amerell erneut gegen die Kritik an seiner Amtsführung gewehrt und selbstbewusst eine weitere Kandidatur angekündigt.

"Ich bleibe der, der ich bin. Ein Mensch mit Stärken, Fehlern und Schwächen. Ich beabsichtige, im Herbst wieder für die Präsidentschaft zu kandidieren", sagte Zwanziger vor dem DFB-Bundestag am Freitag in Frankfurt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Im Bezug auf sein Krisenmanagement im Fall Amerell zeigt sich Zwanziger durchaus selbstkritisch.

Vielleicht habe er sich im Fall Amerell "ein- oder zweimal zu oft" geäußert, obwohl die Geschichte "vertraulich" gewesen sei: "Deshalb musste ich eine gewisse Zeit damit leben, dass mir Dinge um die Ohren geschlagen wurden, gegen die ich mich nicht richtig zur Wehr setzen konnte."

Es werde aber sichtbar werden, "wie die Dinge liegen", betonte der DFB-Boss: "Ich möchte auch ein wenig Gerechtigkeit für mich einfordern dürfen und nicht anhand von Darstellungen beurteilt werden, die keine Fakten sind und auf Unwahrheiten beruhen."

Ein Rücktritt ist für Zwanziger deshalb weiter kein Thema, obwohl er selbst zwischenzeitlich damit kokettiert hatte. "Wenn das, was man mir in großer medialer Breite vorwirft, berechtigt wäre, hätte ich sagen müssen, dem Amt bist du wirklich nicht mehr gewachsen, und es wird Zeit, dass jemand anderes kommt. Dem war aber nicht so", sagte Zwanziger.

Die 216 Delegierten sollen beim außerordentlichen Bundestag des DFB am Freitag als Konsequenz aus den angeblichen Abhängigkeitsverhältnissen im Schiedsrichterwesen ein zwölf Punkte umfassendes Reformpapier zur Neuordnung der Referees verabschieden.

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