Im Rechtsstreit zwischen DFB-Präsident Theo Zwanziger und dem früheren Schiedsrichterbeobachter Manfred Amerell haben sich beide Parteien zu Beratungen über einen möglichen Vergleich zurückgezogen. Sollten sich beide Seiten nicht einigen, will die 8. Zivilkammer des Augsburger Landgerichts noch am Montag eine Entscheidung fällen.

Bei der mündlichen Verhandlung geht es um Zwanzigers Widerspruch gegen eine einstweilige Verfügung. Dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) war untersagt worden, die Aufklärungsarbeit in der Affäre um Amerell und Schiedsrichter Michael Kempter mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche zu vergleichen.

Amerell übte in einer persönlichen und emotionalen Erklärung im Sitzungssaal 201 erneut scharfe Kritik an Zwanziger. "Ich lasse mich von Herrn Zwanziger nicht in die Nähe von Straftaten bringen. Außerdem laste ich dem DFB an, dass ich im Gegensatz zu den vier befragten Schiedsrichtern nie in vergleichbarer Weise angehört worden bin", sagte Amerell und fügte hinzu: "Die Frage der Wahrheit wird sich noch stellen."

Amerell will zivilrechtlich von Zwanziger bis zu 100 000 Euro Schmerzensgeld erstreiten, weil er durch die DFB-Veröffentlichungen vorverurteilt worden sei. Strafrechtlich hat Amerell Klage gegen Kempter und drei weitere anonyme Schiedsrichter wegen falscher eidesstattlicher Versicherungen erhoben. Im Gegenzug sieht sich Amerell der Klage von Kempter und einem Referee wegen sexueller Belästigung und Nötigung ausgesetzt.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel