Ein wegen Ausschreitungen während der Europameisterschaft 2004 zu zwei Jahren Haft verurteilter englischer Fan ist am Mittwoch nach Portugal ausgeliefert worden.

Der 52-jährige Garry Mann hatte in letzter Minute ein Gesuch an die neue britische Koalitionsregierung gestellt, sich für ihn und gegen eine Auslieferung einzusetzen, damit aber keinen Erfolg gehabt.

Vor seiner Übergabe an die portugiesische Polizei am Flughafen in Heathrow erhob der Vater von sechs Kindern schwere Vorwürfe.

"Die Labour-Regierung und der Crown Prosecution Service haben mich betrogen. Die neue Regierung muss in Zukunft die britischen Bürger unterstützen, wenn ganz offensichtlich Unrecht geschehen ist", sagte Mann.

Manns Anwälte hatten in der vergangenen Woche einen Antrag auf Nicht-Auslieferung vor dem Obersten Gerichtshof in London gestellt, waren aber gescheitert.

Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hatte vor zwei Wochen einen Einspruch des Briten zurückgewiesen.

"Dieser Prozess gleicht von Anfang an einer Hexenjagd", sagte der ehemalige Feuerwehrmann aus Kent, der die Strafe in seiner Heimat bislang nicht abgessen hat.

Mann war nach Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Fans im Juni 2004 in Albufeira in einem umstrittenen Schnellverfahren zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Unter anderem sollen in Portugal nur ein Dolmetscher und zwei Verteidiger für die insgesamt zwölf Angeklagten zuständig gewesen sein. Mann weist sämtliche Anschuldigungen zurück.

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