Der ehemalige Nationalspieler Willy Sagnol sieht durch die Sex-Affäre um Franck Ribery das Image seiner Heimat Frankreich nachhaltig beschädigt. "Dieses ganze Thema ist nicht gut für Ribery - und noch schlimmer für Frankreich. Deutschland, Italien, England und Spanien lachen momentan nur noch über Frankreich - nicht nur über Ribery", sagte der frühere Profi von Bayern München der "tz".

Sagnol glaubt trotzdem nicht, dass Riberys Ansehen in Frankreich gelitten hat. "Warum sollten sie sauer auf ihn sein? Ribery ist nicht der erste Mann auf dieser Erde, der etwas mit einer Nutte gehabt hat. Das haben viele Leute!", behauptete der 33-Jährige.

Er könne ohnehin nicht verstehen, "warum das alles in die Öffentlichkeit gegangen ist. Ich finde das furchtbar und unrecht. Wenn ein Politiker oder ein Arzt etwas Schlechtes macht, gelangt das nie an die Zeitung."

"Ich bin nicht dazu da, zu beurteilen, ob das gut oder schlecht war, was die beiden (Ribery und Karim Benzema, d. Red.) gemacht haben. Aber dass dieses Thema jeden Tag im Fernsehen läuft und in der Zeitung steht, finde ich schrecklich."

Frankreich gibt damit kein gutes Bild ab", meinte Sagnol.

Ob die Ermittlungen gegen Ribery und auch gegen Benzema wegen Kontaktanbahnung zu einer minderjährigen Prostituierten mit dem blamablen WM-Aus der Franzosen in Südafrika zu tun hätten, "weiß ich nicht", sagte Sagnol weiter:

"Benzema war schließlich nicht dabei. Aber Fußball ist in Frankreich wie in Deutschland nun mal sehr wichtig. Wenn man über dieses Thema spricht und nicht an die anderen wirtschaftlichen und sozialen Probleme denken muss, ist das für die Politiker ganz gut. Die können dann in Ruhe arbeiten."

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