Im Zuge des größten Wettskandals im europäischen Fußball sind weitere schier unglaubliche Details bekannt geworden.

Zwei der derzeit in Bochum angeklagten Wettpaten haben mehrere Spieler beim belgischen Klub UR Namur eingeschleust und auch deren Gehälter bezahlt. Das bestätigte Namurs Präsident Jean-Claude Baudart in der "ARD-Sportschau".

"Seit September 2008 haben sie das Gehalt der Spieler bezahlt, die sie nach Namur gebracht haben", sagte Baudart weiter.

Die Spieler sollen von den Wettpaten bewusst in den Verein gebracht worden sein, um mit schlechten Leistungen die Manipulationen zu unterstützen. Namur war zum betreffenden Zeitpunkt Zweitligist und spielt derzeit in der dritten Liga.

Laut Anklageschrift, die der "ARD-Sportschau" in Teilen vorliegt, sollen mindestens fünf Profis in die illegalen Absprachen verwickelt gewesen sein. Auch der inhaftierte Ante S. soll an den Betrügereien um UR Namur beteiligt gewesen sein.

Vor dem Landgericht Bochum wird seit vergangenem Mittwoch im Wettskandal verhandelt.

Der Prozess gegen die derzeit vier Angeklagten ist erst der Auftakt der juristischen Aufarbeitung des Skandals. Es geht um 32 Spiele in Deutschland, Belgien, Slowenien, Ungarn, Kroatien und der Schweiz.

Insgesamt wird gegen mehr als 250 Personen ermittelt. Die Wetteinsätze sollen sich auf rund 12 Millionen Euro, die erzielten Gewinne auf 7,5 Millionen Euro belaufen haben. Die Höhe der gezahlten Bestechungsgelder beträgt nach Angaben der Ermittler etwa 1,5 Millionen Euro.

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