Kompromiss statt Konfrontation: Der Streit zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) um die Regionalliga-Reform soll am Freitag vor der DFB-Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main in einem Spitzengespräch zwischen Liga-Boss Reinhard Rauball und Verbands-Präsident Theo Zwanziger beigelegt werden.

Die DFL will erreichen, dass eine Entscheidung über die brisanten Reform nicht vorschnell in einer Woche auf dem DFB-Bundestag in Essen, sondern erst nach weiteren Sondierungsgesprächen im Jahr 2011 fallen soll.

"Es reicht nicht, die Zahl der Ligen zu erhöhen und zu meinen, damit seien alle Probleme gelöst. Wir brauchen ein durchdachtes Konzept, das alle mittragen und das dann für einen möglichst langen Zeitraum umgesetzt wird. Deshalb werde ich Theo Zwanziger den Vorschlag unterbreiten, die gewünschte Reform gemeinsam zu erarbeiten und über einen außerordentlichen Bundestag im Jahr 2011 auf den Weg zu bringen", sagte Rauball dem "kicker".

Liga-Chef Rauball will DFB-Boss Zwanziger am Freitagmorgen ein "5-Punkte-Solidarpakt-Regionalliga" vorlegen. Darin erklärt sich die DFL bereit, eine Erhöhung der Zahl der Regionalligen von drei auf vier oder fünf zu diskutieren.

Allerdings nur unter der Bedingung, dass es keine Begrenzungen der zweiten Mannschaften der Profiklubs gibt. Zudem soll der DFB für eine finanzielle Entlastung der Regionalliga sorgen. Auch die infrastrukturellen Anforderungen für die Viertligisten sollen herabgesetzt werden.

Die DFB-Landesverbände aus Westfalen und Bayern hatten bislang jedoch ganz andere Modelle im Sinn. Der Antrag des Westfälischen Verbandes für den DFB-Bundestag am 21. und 22. Oktober befürwortet ein 2+1-Modell (eine Staffel nur mit Reserveteams), Bayern will die Regionalliga als vierte Spielklasse durch acht Oberligen ersetzen.

In der 3. Liga sollen maximal vier Reserveteams, in der vierten Liga je sechs 2. Mannschaften pro Staffel spielen dürfen.

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