Mehr Millionen für die Traditionsklubs, weniger Einnahmen für die gesponserten Emporkömmlinge: Die Verteilung der TV-Gelder an die Bundesligisten steht vor einer tiefgreifenden Reform.

"Für den kommenden TV-Vertrag kann dieses Gedanken-Modell durchaus eine interessante Diskussionsgrundlage sein", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball der "Bild" und griff damit einen Vorschlag der Chefetage des Tabellenführers Borussia Dortmund auf.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte zuletzt "einen Mix nach dem holländischen Modell" ins Gespräch gebracht. "Fünfzig Prozent des Fernsehgeldes oberhalb des Sockelbetrages werden nach dem Erfolgsprinzip verteilt und fünfzig Prozent nach einer Regel, die auf weichen Faktoren beruht", sagte Watzke, der sich eine solche Lösung mit Blick auf die durchschnittlich 412 Millionen Euro, die derzeit pro Saison unter den Bundesligisten verteilt werden, wünscht.

Bei den "weichen" Faktoren hatte Watzke mehrere Aspekte ins Spiel gebracht: "Wie viele Sympathisanten hat ein Klub, wie viele Fans fahren zu Auswärtsspielen, was sagt die Gesellschaft für Konsumforschung?

Jeder wird doch von seinem Gefühl sagen: Natürlich hat Schalke 04 im Gesamtbild der Liga eine höhere Bedeutung als der VfL Wolfsburg. Aber das wird nicht abgebildet, wenn es um die Verteilung des Geldes geht." In der Bundesliga fließen derzeit lediglich die Tabellenplätze der vergangenen Jahre in die Bewertung ein.

Für Rauball kam der erneute Vorstoß aus Dortmund nicht überraschend. "Ich kenne den Vorschlag von Herrn Watzke. Für die Laufzeit des bestehenden Vertrages, also bis 2013, werden wir in eine Verteilungsdiskussion nicht neu einsteigen. Der Kompromiss des vergangenen Jahres trägt sowohl dem Leistungs- als auch dem Solidaritätsgedanken Rechnung", sagte Rauball.

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