Ein Jahr nach dem Selbstmord von Robert Enke im November 2009 hat der damalige Trainer von Hannover 96, Andreas Bergmann, kein generelles Umdenken im Profifußball festgestellt. "Ich glaube, grundsätzlich hat sich nichts geändert.

Der Erfolg zählt, der Sieg zählt, der Sieger zählt", sagte Bergmann dem NDR-Inforadio. "Ich glaube, wenn es eine Botschaft von Robert gibt, dann ist es die, dass wir auch wieder über Ängste, über Schwächen, über Zweifel, die man vielleicht hat, reden kann und sich darüber aussprechen kann. Das wäre schon gut, wenn wir das könnten. Ich glaube, die Gesetzmäßigkeiten dieser Leistungsgesellschaft werden wir nicht ändern."

Bergmann betreut heute die Nachwuchsspieler in Hannover und hat versucht, Lehren aus den Ereignissen zu ziehen. "Wir müssen gerade den jüngeren Spielern erklären, wie diese Gesellschaft funktioniert und diese Schnelllebigkeit gerade in der Bundesliga, dass sie zumindest wissen, was auf sie zukommt."

Bergmann rät Spielern, die psychisch labil sind, davon ab, an die Öffentlichkeit zu gehen. "Ich würde mir wünschen, dass das gehen würde, aber ich glaube, im Moment sind wir noch nicht soweit, dass man sich outen kann", sagte der 51-Jährige.

Bergmann hatte seinen Job verloren, nachdem die Trauer um Enke Hannover 96 in eine schwere sportliche Krise gerissen hatte.

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