Rainer Milkoreit hat sich bei seiner Wahl zum neuen Präsidenten des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) den Unmut von Vorgänger Hans-Georg Moldenhauer zugezogen.

Milkoreit hatte vom "Patienten Ost-Fußball" gesprochen. "Dies ist die falsche Formulierung. Das hört sich so an, als würde der Verband schlecht dastehen", sagte Moldenhauer, der auf dem NOFV-Verbandstag am Wochenende in Potsdam nach 20 Jahren als Vorsitzender abtrat.

Nachfolger Milkoreit blieb bei seiner Meinung: "Da sollte man nicht so sensibel sein. Die finanzielle Lage ist eben angespannt", sagte der Funktionär aus Apolda in Thüringen, der als einziger Kandidat angetreten war: "Das heißt ja nicht, dass der Verband schlecht gearbeitet hätte."

Auf den neuen Chef der sechs Fußball-Verbände aus dem Osten inklusive Berlin wartet viel Arbeit. Bislang wurde der Verband in großem Rahmen durch den DFB finanziert.

Doch die Zeiten der Subventionen sind vorbei. Die Zentrale aus Frankfurt schießt in den nächsten vier Jahren noch einmal 160.000 Euro zu, dann ist Schluss.

"Wir müssen neue Wege gehen und Sponsoren gewinnen. Das wurde in den letzten 20 Jahren etwas vernachlässigt", sagte Milkoreit, der den "Patienten Ost-Fußball" erfolgreich durch die "Rehabilitation" führen will.

Die Einnahmen durch Spielabgaben seien in den vergangenen Jahren im sechsstelligen Bereich gesunken. Dabei handelt es sich um die Abgabe der Profiklubs aus der Bundesliga.

Erstmals seit der Fußball-Zusammenführung von Ost und West nach der Wende stellt der NOFV in dieser Spielzeit keinen Bundesligisten.

Moldenhauer sieht einen weiteren Standortnachteil. "Ein Verband wie Hamburg kassiert allein zwei Milllionen Euro aus Lottogeldern. Diese Quelle steht vielen unserer Verbände nicht zur Verfügung", sagte der 69-Jährige.

Der Magdeburger hatte in den vergangenen 20 Jahren als Funktionär dem Fußball im Osten ein Gesicht geben und trat am Samstag aus familiären Gründen nicht mehr an.

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