Im Prozess um den größten Wettskandal im europäischen Fußball hat der zweite Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt.

Der 55-jährige Tuna A. gab am siebten Verhandlungstag vor dem Bochumer Landgericht zu, wissentlich auf manipulierte Spiele gewettet zu haben.

Er selbst sei aber nie an der Bestechung von Spielern oder Schiedsrichtern beteiligt gewesen, ließ er über seinen Verteidiger Reinhard Peters verlesen.

Der Türke, der von der Staatsanwaltschaft zum Führungskreis der Wettmafia gezählt wird, habe lediglich mehreren Spielern des damaligen Regionalligisten SC Verl jeweils 500 Euro zur "allgemeinen Beziehungspflege" übergeben.

Bei der spektakulären Schuldenübernahme des damaligen belgischen Zweitligisten Union Royale Namur sei er lediglich als "Investor" aufgetreten. Er habe einen französischen Vertrag unterschrieben, den er nicht gelesen habe.

Über Manipulationen sei er nicht informiert worden, er habe auch nicht gegen den Klub gewettet. Laut Staatsanwaltschaft soll die Wettmafia 700.000 Euro Verbindlichkeiten übernommen haben, um Einfluss auf die Spieler zu gewinnen und eigene Spieler einzuschleusen.

Bereits am 25. November hatte der Mitangeklagte Nürretin G. detailliert die Manipulation von bis zu 16 Spielen beschrieben und ehemalige Osnabrücker Profis schwer belastet.

Zudem wurde bekannt, dass die als Drahtzieher geltenden Marijo C. und Ante S. in den kommenden Wochen als Zeugen gehört werden sollen. Der Hauptverdächtige Marijo C., gegen den zu einem späteren Zeitpunkt Anklage erhoben werden soll, wird voraussichtlich am 15. und 20. Dezember befragt.

Ante S., der bereits im Manipulationsskandal um den früheren Schiedsrichter Robert Hoyzer zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, soll am 5. Januar geladen werden.

Den insgesamt vier Beschuldigten wird vorgeworfen, insgesamt 32 Spiele in Deutschland und dem europäischen Ausland manipuliert und hohe Beträge darauf gewettet zu haben.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel