Der Kontrollausschuss desDeutschen Fußball-Bundes (DFB) hat nach den Bestechungsenthüllungen des ehemaligen St.-Pauli-Profis Rene Schnitzler Ermittlungen eingeleitet.

"Es ist uns seit einiger Zeit bekannt, dass es Verdachtsmomente im Zusammenhang mit dem Spieler Rene Schnitzler gibt. Der Kontrollausschuss ist mit der Prüfung befasst. Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft Bochum signalisiert, dem Kontrollausschuss weitere Informationen zur Verfügung stellen zu wollen", sagte der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

Schnitzler hat in einem Gespräch mit dem Magazin "Stern" zugegeben, von einem Wettpaten insgesamt über 100.000 Euro Bestechungsgeld angenommen zu haben. Dafür habe er im Jahr 2008 fünf Spiele seines damaligen Vereins FC St. Pauli manipulieren sollen.

Es soll sich um die Zweitliga-Auswärtsspiele beim FSV Mainz 05 (2), Hansa Rostock, dem FC Augsburg und dem MSV Duisburg handeln. Schnitzler bestreitet, die Spiele manipuliert zu haben. In drei der betreffenden fünf Begegnungen spielte er nicht.

Relativ gelassen reagierten am Dienstag die Deutsche Fußball Liga und der Ligaverband auf die Enthüllungen. "Nach gegenwärtigem Stand sind uns keine Auffälligkeiten bekannt. Weder haben wir seitens Sportradar Hinweise auf auffällige Wettbewegungen erhalten noch hat der Spieler, der bei drei der fünf angegebenen Partien auch gar nicht zum Einsatz gekommen ist, Spielmanipulationen zugegeben. Bis zum Beweis des Gegenteils kann daher nicht von einem Bundesliga-Wettskandal gesprochen werden", hieß es in einem Schreiben des Ligaverbandes.

Dennoch gab der Ligaverband am Dienstag bei Sportradar die erneute Prüfung der genannten Spiele in Auftrag.

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