Wettpate Ante S. hat wieder Fußball-Schiedsrichter bestochen. Der 34-Jährige, der in den Manipulationsskandal um den ehemaligen DFB-Referee Robert Hoyzer verwickelt und zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden war, gab als Zeuge im Prozess um den Wettskandal vor dem Landgericht Bochum die Bestechung von zwei FIFA-Schiedsrichtern zu.

Ein bosnischer Referee erhielt von Ante S. 40.000 Euro, damit er beim WM-Qualifikationsspiel am 9. September 2009 dafür sorgte, dass nach der Halbzeit zwei Tore fielen.

Zudem versprach der mutmaßliche Haupttäter im Wettskandal dem Schiedsrichter eine Höherstufung bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Der betroffende Schiedsrichter pfiff einen sehr zweifelhaften Elfmeter, zudem fiel in der Schlussphase ein Tor.

Der Unparteiische wurde, so Ante S., höhergestuft, dazu soll nach seiner Aussage ein slowakischer UEFA-Funktionär mit 50.000 Euro bestochen worden sein. Eine geplante Manipulation bei einem U21-EM-Qualifikationsspiel am 18. November 2009 misslang allerdings.

Zudem habe er einem ukrainischen Schiedsrichter "30.000 bis 50.000 Euro" gezahlt, damit bei einem Europa-League-Spiel `zwei Tore in der zweiten Halbzeit fallen". Die Partie am 5. November 2009 endete mit zwei erzielten Treffern nach der Pause. Er habe damit rund 150.000 Euro Wettgewinne verbucht, sagte Ante S. weiter.

Der 34-Jährige war bereits im Schiedsrichter-Skandal um Hoyzer der Drahtzieher. Schon kurz nach seiner Haftentlassung im Juli 2008 habe er wieder auf manipulierte Spiele gewettet. Die betroffenen Schiedsrichter sind von der UEFA lebenslang gesperrt worden.

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