In 24 Ländern in Europa sollen schon Fußballspiele verschoben worden sein, allein in den vergangenen fünf Monaten wurden bis zu 100 Spielen als manipuliert gemeldet.

Diese Zahlen nannte Carsten Koerl, Geschäftsführer der Wettüberwachungsfirma Sportradar, die unter anderem für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Europäische Fußball-Union (UEFA) ein Frühwarnsystem entwickelt hat.

"Manipulationen nehmen zu", sagte Koerl, der am Mittwoch als Sachverständiger und Zeuge im Prozess um den Fußball-Wettskandal vor dem Bochumer Landgericht aussagte.

"Die Entwicklung ist ganz klar", sagte der 46-Jährige weiter, "da spielt es eine große Rolle, dass es heute viel mehr Möglichkeiten gibt, damit Geld zu verdienen." Die deutlich gewachsene Vielfalt der Wettmöglichkeiten sei aus seiner Sicht ein Grund für diese Entwicklung. Auf dem deutschen Wettmarkt würden allein vier Milliarden Euro umgesetzt, der staatliche Anbieter erreiche bei sinkendem Volumen nur noch einen fünf- bis zehnprozentigen Anteil.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel