Der frühere DFB-Schiedsrichterbetreuer Manfred Amerell hat im Prozess mit dem ehemaligen FIFA-Referee Michael Kempter offenbar schlechte Karten.

Das Landgericht Hechingen hat beiden Kontrahenten im Schiedsrichter-Skandal einen Vergleichsvorschlag unterbreitet, der Kempter entgegenkommt.

Demnach müsste Amerell auf seine Schadenersatzforderung in Höhe von 150.000 Euro verzichten.

Zudem sieht der Vergleichsvorschlag vor, dass beide Parteien in Bezug auf E-Mails und SMS-Mitteilungen künftig Diskretion wahren, auf öffentliche Erklärungen verzichten sowie die gegenseitigen Leistungen im Schiedsrichterwesen des deutschen Fußballs respektieren und wertschätzen.

Amerell, der Kempter wegen Verletzung seines Persönlichkeitsrechts verklagt hat, lehnt den Vergleich kategorisch ab.

Kempter, der Amerell der sexuellen Belästigung bezichtigt, würde dem Vergleich nach Angaben seines Anwalts Christoph Schickhardt "grundsätzlich zustimmen".

"Dieser Vorschlag zeigt die Ansicht des Gerichts, dass für Herrn Amerell nicht mehr drin ist. Er wäre sehr gut beraten, diesen Vergleich anzunehmen", sagte Schickhardt: "Das Gericht baut Herrn Amerell eine goldene Brücke, damit er aus der Sache rauskommt, ohne sein Gesicht zu verlieren."

Das Landgericht Hechingen hatte in der vergangenen Woche eine Entscheidung auf den 18. April vertagt. Möglich wäre an diesem Termin eine Urteilsverkündung, aber auch die Fortsetzung des Verfahrens.

Bei dem Prozess geht es um die zentrale Frage, ob die intimen Kontakte zwischen Amerell und Kempter einvernehmlich waren oder unter dem Druck von Amerell zustande kamen.

Amerell hatte bereits am Mittwoch bekräftigt, dass ein Vergleich für ihn "nicht infrage" komme. "Ein Vergleich würde die Vorwürfe legalisieren", sagte Amerell.

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