Die geständigen Hauptangeklagten im ersten Prozess um den Wettskandal dürfen auf milde Strafen hoffen.

Der Vorsitzende Richter Carsten Schwadrat stellte am 19. Verhandlungstag vor dem Bochumer Landgericht Haftstrafen "deutlich unter fünf Jahren" in Aussicht. Allerdings stellte er klar, dass es für die Beschuldigten keine Bewährungsstrafen geben werde.

Die Verteidiger erwarten für Nürettin G. und Tuna A., die von der Staatsanwaltschaft zum Führungskreis der mutmaßlichen Wettmafia gezählt werden, Gefängnisstrafen von jeweils drei Jahren.

Da beide bereits 13 Monate in Untersuchungshaft saßen, müssten sie voraussichtlich nur noch weniger als ein Jahr hinter Gitter.

In einer ersten Zwischenbilanz des Prozesses stellte Schwadrat fest, dass nicht alle angeklagten Taten nachzuweisen seien.

Die von der Staatsanwaltschaft vor der Verhandlung in Aussicht gestellte Strafe von fünf Jahren müsste "deutlich unterschritten werden", wenn die Angeklagten geständig seien, erklärte Schwadrat.

Nürettin G. hat ein sehr weitgehendes Geständnis abgelegt, Tuna A. Wetten auf manipulierte Spiele und in einem Fall die Bestechung von Spielern zugegeben.

Stevan R., der in mehreren Fällen Spieler bestochen haben soll, ist nur teilweise geständig. Der ehemalige Fußballer Kristian S. hat bislang jegliche Aussage verweigert.

Die Höchststrafe für banden- und gewerbsmäßigen Betrug beträgt zehn Jahre. Der Prozess wird am 24. Februar fortgesetzt.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel