Der Staatsanwalt im Bochumer Prozess um den Wettskandal hat dem DFB-Präsidenten Theo Zwanziger widersprochen und betont, dass es "auf jeden Fall" Manipulationen in Deutschland gegeben habe.

Ein Verteidiger will den DFB-Präsidenten sogar in den Zeugenstand zitieren.

Im Bochumer Prozess um den Fußball-Wettskandal stand Zwanziger am Donnerstag im Blickpunkt, obwohl er gar nicht anwesend war.

"Wir haben Anhaltspunkte, dass es tatsächlich passiert ist", sagte Andreas Bachmann, der die Anklage gegen die ersten vier Beschuldigten vertritt, am Rande des 20. Verhandlungstages vor dem Bochumer Landgericht.

Zwanziger hatte am Mittwoch vor dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages erklärt: "Nach jetzigem Stand gibt es keine Merkmale, dass Spiele wirklich manipuliert wurden."

Am Ende des 20. Sitzungstages beantragte Verteidiger Udo Klaus Duits, Zwanziger wegen dessen Aussagen als Zeugen zu vernehmen.

Bachmann stellte klar: "Alle Spieler haben bestritten, dass sie manipuliert haben. Aber das ist für uns unerheblich." Die Angeklagten bestätigten derweil in mehreren Fällen, dass sie Spieler bestochen hätten und die Manipulation erfolgreich gewesen sei. Das sagten auch die mutmaßlichen Haupttäter Ante S. und Marijo C. aus, die als Zeugen auftraten.

Insgesamt stehen in Deutschland 69 Spiele von der Zweiten Liga abwärts unter Manipulationsverdacht. Den vier Angeklagten im laufenden Prozess wird die Einflussnahme auf insgesamt 32 Partien, davon 17 in Deutschland, vorgeworfen.

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