Die Sportrechteagentur Kentaro geht auf Konfrontationskurs zu UEFA-Präsident Michel Platini.

Das Unternehmen will die von der Europäischen Fußball-Union beschlossene Zentralvermarktung der Medienrechte an den Qualifikationsspielen für die EURO 2016 in Frankreich und die WM 2018 in Russland kippen.

Der Franzose Platini hatte vor rund einem Monat beim 35. UEFA-Kongress in Paris angekündigt, dass die 53 Nationalverbände allesamt die zentrale Vermarktung der Medienrechte unterschrieben hätten.

Dabei sollen allerdings einige Nationalverbände vertragsbrüchig geworden sein. Kentaro-Geschäftsführer Philipp Grothe verwies auf bestehende Partnerschaften und Verträge mit mehreren europäischen Fußball-Verbänden.

"Wir haben mit einer handvoll Verbänden Verträge, die über 2013 hinaus laufen. Und alle unsere Partner haben uns bereits zugesichert, dass sie diese Verträge auch einhalten werden", sagte Grothe dem Wirtschaftsmagazin "SPONSORs".

Platini hatte auf dem Kongress nach seiner Wiederwahl erklärt, dass die UEFA mit der zentralen Vermarktung der Medienrechte in ein "neues Abenteuer" starte.

Auf diese Aussagen reagierte Agentur-Chef Grothe irritiert.

"Ich weiß nicht, wie die UEFA darauf kommt", sagte Grothe, der zudem darauf hinwies, dass auch andere Agenturen wie Sportfive oder Infront langfristige Vereinbarungen mit europäischen Nationalmannschaften geschlossen hätten:

"Da sind Medienrechte wirksam an Agenturen übertragen worden. Wie kann die UEFA also juristisch betrachtet über Rechte verfügen, die bereits wirksam an andere Parteien abgetreten wurden?"

Zudem war die Zentralvermarktung der Qualifikationsspiele laut Grothe nicht Bestandteil der Beschlüsse des Exekutivkomitees.

Die Zentralvermarktung sei auf dem UEFA-Kongress nicht beschlossen, sondern nur von Platini verkündet worden.

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