Im Prozess zum größten Manipulationsskandal der europäischen Fußball-Geschichte hat das Bochumer Landgericht gegen die mutmaßlichen Haupttäter Ante Sapina und Marijo C. hohe Haftstrafen verhängt.

Die 12. Strafkammer unter dem Vorsitzenden Richter Wolfgang Mittrup verurteilte Wiederholungstäter Sapina und seinen fünffach vorbestraften kroatischen Landsmann Marijo C. zu jeweils fünf Jahren und sechs Monaten Haft.

Mitläufer Dragan M. wurde zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Sapina hat bereits 17 Monate, Marijo C. 18 Monate der Strafe in Untersuchungshaft verbüßt.

Die Angeklagten hatten im Verlauf des zweimonatigen Prozesses gestanden, Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre bestochen zu haben.

Etwa 50 Spiele, darunter auch Begegnungen in der Champions League und der WM-Qualifikation, wurden manipuliert. In das Urteil flossen noch 28 Spiele ein.

Die Staatsanwaltschaft hatte Strafen von sieben Jahren für Sapina sowie sechs Jahren und neun Monaten für Marijo C. gefordert. Ante Sapina war bereits 2005 im Manipulationsskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt worden.

Dass die Rechtsanwälte Revision vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegen werden, gilt als sicher.

Der Prozess gegen die mutmaßlichen Haupttäter war der zweite vor dem Landgericht Bochum im Rahmen des Wettskandals.

Am 14. April hatte die 13. Strafkammer gegen drei Angeklagte Haftstrafen zwischen drei und knapp vier Jahren verhängt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln noch immer gegen gut 300 weitere Verdächtige.

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