Der suspendierte Spitzenfunktionär Jack Warner bezichtigt den FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter der Bestechung.

Der Präsident der CONCACAF (Fußball-Verband für Nord- und Mittelamerika/Karibik) behauptet in einer Presserklärung, Blatter habe Warners Verband auf dem CONCACAF-Kongress "eine Spende von einer Million Dollar (knapp 700.000 Euro, d. Red.) zur freien Verwendung" überreicht.

Auf den Protest des UEFA-Präsidenten Michel Platini, das Finanzkomitee habe keine Zustimmung für diese Zahlung erteilt, soll FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke laut Warner gesagt haben, er werde schon "Geld für Blatter finden".

Platini sagte am Montag, seine Entrüstung gegenüber Blatter sei scherzhaft gemeint gewesen. Er verwies auf ein privates Präsidenten-Budget, mit dem Blatter `"ein oder zwei Projekte" unterstützen könne.

Erst im Nachhinein müsse das Exekutivkomitee zustimmen.

Warner behauptete zudem, Blatter habe den Mitgliedern seines Verbandes "Laptops und Projektoren" geschenkt.

Der Nachrichtenagentur "Reuters" sagte Warner: "Blatter muss gestoppt werden." Zudem sprach der FIFA-Vizepräsident Blatters Gegenspieler im Präsidentschaftswahlkampf, den ebenfalls suspendierten Katarer Mohamed Bin Hammam, von aller Schuld frei.

Die angeblichen Zahlungen an die CONCACAF-Mitglieder, die Bin Hammam zum Verhängnis geworden waren, seien ausschließlich für Unterbringung und Flüge geleistet worden. Dies sei üblich, sagte Warner.

Das Ethik-Komitee, das Bin Hammam und ihn selbst am Sonntag suspendiert und Blatter von allen Vorwürfen freigesprochen hatte, bezeichnete Warner als "korruptes Gericht", dessen Mitglieder "von Blatter handverlesen" worden seien.

Zudem legte Warner eine angeblich von Valcke versandte E-Mail vor, in der dieser behauptete, Katar habe die WM 2022 "gekauft".

Bin Hammam hat seine Kandidatur auf die FIFA-Präsidentschaft inzwischen zurückgezogen. Amtsinhaber Blatter ist damit bei der Wahl in Zürich, die für kommenden Mittwoch angesetzt ist, der einzige Kandidat.

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