Der ehemalige Bundesliga-Trainer Eduard Geyer beurteilt die derzeitigen Erfolge der ostdeutschen Vereine skeptisch.

"Für den Moment ist das großartig. Aber den großen Aufschwung sehe ich ehrlich gesagt noch nicht", sagte "Ede" Geyer im Interview mit "Sportbild": "Der Abstiegskampf in der Zweiten Liga, im besten Fall ein Mittelfeldplatz - das kann nicht für alle Ewigkeit der Anspruch sein. Der Europacup ist für mich der Maßstab. Davon sind wir meilenweit entfernt."

Als Hauptproblem sieht der 66-Jährige die mangelnde Wirtschaftskraft in Ostdeutschland an. "Es fehlt immer noch das Geld. Im Osten sind mittlerweile große Unternehmen angesiedelt, aber die haben alle ihren Hauptsitz im Westen und investieren lieber dort. Das ist ein Riesen-Nachteil", sagte Geyer weiter.

Als mutmachend sieht er jedoch die gute Jugendarbeit der ostdeutschen Vereine an und sieht in der Situation Parallelen mit den Zeiten der DDR.

"Wir konnten damals keine Spieler holen. Deshalb mussten wir sie selbst entwickeln", erklärt er: "Im Grunde genommen ist es heute wieder so - jetzt aus finanziellen Gründen."

Geyer war als Spieler und Trainer DDR-Meister mit Dynamo Dresden und später letzter Trainer der DDR-Auswahl. Nach der Wende trainierte er lange Zeit Energie Cottbus und führte die Lausitzer in seiner Amtszeit von der Regionalliga in die Bundesliga. 1997 erreichte er mit Cottbus das Finale des DFB-Pokals, in dem die Mannschaft 0:2 gegen den VfB Stuttgart unterlag.

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