Der frühere Schiedsrichterbetreuer Manfred Amerell hat die von DFB-Präsident Theo Zwanziger angeregte Mediation als einen "PR-Gag" bezeichnet und weitere Gerichtsverfahren im Rechtsstreit mit Michael Kempter und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) angekündigt.

Amerell ließ am Mittwoch über seine Anwälte erklären, dass "der selbstherrliche und rechtfertigende 'Verfügungsakt' des DFB und seines Präsidenten die Mediationsidee ad absurdum führen, zumal die 'Mediation' ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes" sei.

Auch sei Amerell vom DFB bislang nicht befragt worden, ob er überhaupt an dem Mediationsverfahren teilnehmen möchte. Ironisch ließ Amerell verlauten:

"Eine mediative - und zumindest seelsorgerische - Betreuung des Deutschen Fußball-Bundes könnte aufgrund derzeit neuer Entwicklungen und Verstrickungen in absehbarer Zeit durchaus angezeigt sein!" Welche neue Entwicklungen das sind, ließ Amerell jedoch offen.

Der DFB hatte am Dienstag überraschend erklärt, dass eine "menschliche Aufarbeitung" des äußerst pikanten Falles angestrebt werde. Auf Anregung von DFB-Präsident Zwanziger leitete der Verband eine Mediation ein.

Diese sollte Professor Wolfgang Huber, der in den kommenden Wochen "intensive Gespräche" mit den Beteiligten führen will, übernehmen. Amerell scheint zu einem solchen Gespräch aber offenbar nicht bereit.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel