Die Diskussion über Gewalt im Fußball hat durch den Überfall auf Regionalliga-Spieler Daniel Bauer neue Nahrung erhalten.

Viele sehen in dem Vorfall einen vorläufigen Tiefpunkt. Auch Hooligan-Experte Gunter A. Pilz, Fanforscher am Institut für Sportwissenschaft der Uni Hannover, schlägt bei SPORT1 Alarm.

"In der Form ist das eine neue Qualität. Solche Vorfälle muss man skandalisieren und kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Man kann nicht immer nur reden und mit Präventionen argumentieren. In solchen Fällen müssen auch klar Grenzen aufgezeigt werden", meint Pilz.

Einen Grund sieht das Mitglied der DFB-Kommissionen für Sicherheit und Prävention auch in der momentanen Pyro-Diskussion: "Die Ultra-Szenen wollen offensichtlich durch den verstärkten Einsatz von Pyro-Technik ihre Macht präsentieren und Druck auf DFL und DFB ausüben."

Der 66-Jährige macht sich für die sogenannte "Pyrozone" stark: "Es gibt von den Würzburger Ultras ein ausgeklügeltes Konzept zu diesem Thema, das ich auch mit gefördert und dafür gesorgt habe, dass es beim DFB diskutiert wird." Dennoch sei die Handhabung schwierig, weil die Hardcore-Ultras sich nicht vorschreiben ließe, "wann und wo sie zündeln", sieht Pilz auch hier Probleme.

Eine Lösung wäre nach Ansicht von Pilz, den Ultras die Privilegien zu entziehen: "Sie dürfen früher in die Stadien, um die Choreographien vorzubereiten, sie bekommen Räumlichkeiten, sie haben Sondergenehmigungen für die großen Fahnen, haben Privilegien bei Auswärtsfahrten und Fanartikeln. Da kann der Verein bei einem entsprechenden Verhalten eingreifen und sagen: Wenn ihr das nicht begreift, werden eure Privilegien entzogen."

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