Nach den Drohungen gegen Regionalligaspieler Daniel Bauer vor dessen Haustür herrschen bei Teamkollegen und Kluboffiziellen des 1. FC Magdeburg Angst und Entsetzen.

"So etwas wie hier habe ich noch nicht erlebt", sagte Mittelfeldspieler Tobias Becker. Allerdings sei dies beim 1. FCM kein Einzelfall: "Wir wurden schon einmal beim Training von einigen Leuten bedroht."

Bereits Anfang Mai hatten sich einige Chaoten mit dem ehemaligen Trainer Wolfgang Sandhowe am Vereinsgelände ein heftiges Wortgefecht geliefert, angeblich wurden auch Drohungen ausgesprochen. Die "Fans" hatten sich damals für ihr Verhalten offiziell bei Trainer und Mannschaft entschuldigt.

Stürmer Denis Wolf brachte die Angst vor weiteren Übergriffen auf den Punkt: "Bei dieser Fanszene in Magdeburg ist es besser, man überlegt sich ganz genau, was man sagt. Deshalb werde ich mich nicht äußern", sagte Wolf der "Bild".

Bauer war am Donnerstagabend von zehn mit blau-weißen Sturmkappen vermummten Personen verbal bedroht worden und sah sich gezwungen, die Stadt zu verlassen.

Bei der Aufklärung werde der Regionalligist und einzige Europapokalsieger der DDR die Polizei in jeder Hinsicht unterstützen, "selbstverständlich im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten", so Lietzow: "Der Verein darf keine Jagd auf Personen machen."

Zudem warnte er die Fans vor Selbstjustiz. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung einen Vertreter des Magdeburger Fanrats mit dem Aufruf "Wir machen Jagd auf die Vermummten" zitiert. "Die Fanszene ist hier sehr vielschichtig", sagte Lietzow. Man dürfe sie aber auf keinen Fall pauschal verurteilen.

Probleme mit gewaltbereiten Fans hatte es in Magdeburg immer wieder gegeben. Auch im Anschluss an das Derby am Sonntag gegen den Halleschen FC (0:0) war es zu Ausschreitungen gekommen. Es wurden mehrere Personen in Gewahrsam genommen.

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