DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch hat Vorwürfen widersprochen, er habe sich vor seinem Gespräch mit dem früheren Schiedsrichterverantwortlichen Manfred Amerell nicht mit der Verbandsspitze abgesprochen und bezichtigte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger damit indirekt die Unwahrheit gesagt zu haben.

"Seit dem 16. August ist meine Rolle im DFB ganz klar", sagte Koch, der im Gespräch mit Amerell erreicht hatte, dass dieser sich zu einem Mediationsverfahren mit dem DFB unter Leitung von Bischof Wolfgang Huber bereit erklärt hatte, der "Süddeutschen Zeitung".

Amerell liegt seit zwei Jahren im Dauerclinch mit dem DFB. Er sei an besagtem 16. August von DFB-Justiziar "Dr. Englisch angerufen und gebeten worden, Herrn Huber behilflich zu sein, Kontakt zu Amerell herzustellen", berichtete Koch der "SZ": "Am 19. August war ich bei Theo Zwanziger und habe dieses mit ihm abgestimmt. Ich bekam von ihm mitgeteilt, dass ich alles weitere mit Huber abstimmen solle."

Zwanziger hatte zuletzt mehrfach den Eindruck vermitteln lassen, dass er über das Gespräch Kochs mit Amerell nicht vorab informiert gewesen sei.

Noch am Freitag ließ er über einen Sprecher Folgendes verbreiten: "Wir begrüßen, dass Herr Amerell nun an dem von Dr. Zwanziger auf den Weg gebrachten Mediationsverfahren teilnehmen möchte. Scheinbar wurde das heutige Treffen von Prof. Huber mit den Anwälten Amerells auch durch die offensichtliche Nähe von Herrn Koch zu Herrn Amerell begünstigt. Angesichts dieser erfreulichen Entwicklung ist es umso unverständlicher, warum Herr Koch den DFB in dieser sensiblen Angelegenheit nicht über seine Rolle informiert hat."

Mediator Huber habe ihm aber mehrfach versichert, dass "der Weg über mich mit Zwanziger ausdrücklich vereinbart (sei)", erklärte Koch daraufhin.

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