Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) dazu aufgefordert, die in die Steueraffäre verstrickten Referees international nicht mehr zu nominieren.

"Der DFB hat gesagt, man hätte Michael Kempter nie FIFA-Schiedsrichter werden lassen, wenn man von seiner Vorstrafe gewusst hätte. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Schiedsrichter, gegen die aktuell ermittelt wird, international nicht mehr pfeifen dürften", sagte 57-Jährige in einem Interview mit dem Internetportal "news.de".

Für die zuletzt in der Bundesliga zunehmende Zahl an Fehlentscheidungen der Unparteiischen macht Heynemann zudem indirekt DFB-Schiedsrichterboss Herbert Fandel verantwortlich. "Die entscheidenden Situationen werden falsch beurteilt. Die Leistungen der Schiris sind Spiegelbild der Führung", sagte er.

Weiter sorgt sich Heynemann um die Auswirkungen der Steueraffäre, in die angeblich mittlerweile 70 aktive und ehemalige deutsche Schiedsrichter verstrickt sein sollen, auf die Vorbildfunktion der Unparteiischen: "Schiedsrichter dürfen nicht nur für 90 Minuten auf dem Platz Vorbild sein, sondern auch außerhalb, im privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld. Als staatlich anerkannter Steuerhinterzieher kann man nicht zu einer Weltmeisterschaft fahren".

Eine mögliche Lösung sieht er in einer Abspaltung des Schiedsrichterwesens vom nationalen Verband und der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Heynemann schlägt vor, dass "die 60, 70 Spitzenschiedsrichter eine eigene Organisation gründen, von der DFB und DFL jedes Wochenende 18 Schiedsrichterteams mieten. Mit den ganzen hemmenden Strukturen hätten die Spitzenreferees dann nichts mehr zu tun."

Als Folge wäre es laut Heynemann möglich, mehr Geld in das Schiedsrichterwesen zu investieren und `semiprofessionelle Schiedsrichter auf den Platz zu schicken".

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