Daniel Bauer hat knapp zwei Wochen nach der Bedrohung durch vermummte Hooligans vor seiner Haustür schwere Vorwürfe gegen seinen Verein 1. FC Magdeburg erhoben.

Der Mannschaftsrat des Regionalligisten habe schon eine Woche zuvor die Vereinsführung auf die mögliche Eskalation hingewiesen - ohne Erfolg.

"Wir haben Rückendeckung gefordert. Aber die bekamen wir nicht. Im Gegenteil. Der Präsident wurde mit dem Satz 'Sandhowe (Trainer, Anm. d. Redaktion) und Bauer sollen nicht jammern, denn wir haben die besten Fans der Welt' in der Zeitung zitiert. Dies sogar mehrfach. Damit hat er in meinen Augen Öl ins Feuer gegossen", sagte Bauer der "Sport Bild".

Bauer gab dem Klub-Vorstand sogar eine gewisse Mitschuld an dem Vorfall. "Wir Spieler waren durch solchen Opportunismus für diese wenigen Chaoten vogelfrei geworden. Und was sich bei mir eingebrannt hat, ist, dass die Vermummten genau diese Worte gebraucht haben. Ich solle nicht jammern", sagte Bauer.

Bauer, der nach der Bedrohung Magdeburg verließ und mittlerweile bei seinen Eltern in der Nähe von Koblenz wohnt, verspürt nach wie vor ein Klima der Gewalt. In einigen Fan-Foren gebe es Personen, "die weiter gegen mich hetzen", sagte der 29-Jährige, der deshalb seine sportliche Zukunft offen lässt. `"Da fragt man sich, ob es einen Sinn ergibt, wieder nach Magdeburg zurückzugehen."

Dass der Verein zunächst erklärt hat, Bauer fehle im Spiel gegen Halle aus familiären Gründen, habe den 29-Jährigen ebenfalls verärgert. `Ich habe das auf der Homepage gelesen. Klar, es stand das brisanteste aller Saisonspiele bevor, doch das Mindeste ist, diese eigenmächtige Darstellung zuvor mit mir oder meinem Berater abzustimmen", sagte der Mittelfeldspieler.

Dass in Magdeburg vermehrt Stimmen laut wurden, die Bauer die Geschichte nicht abnehmen, ließ den Fußballer kalt. Ihm wäre auch "lieber, wenn dieser Horror nicht passiert wäre. Aber ich bin kein Typ, der grundlos davonläuft."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel