Das Tischtuch zwischen dem von Hooligans bedrohten Daniel Bauer und dem 1. FC Magdeburg scheint zerschnitten.

Nachdem der Mittelfeldspieler am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber erhoben und dem Klub-Vorstand sogar eine gewisse Mitschuld an dem Vorfall gegeben hatte, wies FCM-Präsident Peter Fechner die Kritik zurück.

"Wir haben richtig gehandelt und uns nichts vorzuwerfen. Ich verwahre mich gegen solche Unterstellungen. Sie entsprechen nicht der Wahrheit", sagte Fechner der "Magdeburger Volksstimme".

Bauer hatte erklärt, der Mannschaftsrat des Regionalligisten habe schon eine Woche vor dem Vorfall ohne Erfolg auf eine mögliche Eskalation hingewiesen. "Wir haben Rückendeckung gefordert. Aber die bekamen wir nicht. Im Gegenteil", sagte Bauer der "Sport Bild".

Dem widersprach Fechner vehement. "Präsidium und sportliche Leitung haben gegenüber dem Mannschaftsrat keinen Zweifel daran gelasssen, dass wir ohne Einschränkung hinter der Mannschaft stehen", erklärte der Präsident und fügte hinzu: "Wir und nicht Daniel Bauer haben Anzeige bei der Polizei erstattet."

Am Abend des 27. Oktober sollen zehn Vermummte an Bauers Haustür geklingelt und sich via Sprechanlage als Pizza-Service ausgegeben haben. Nachdem Bauer die Tür geöffnet hatte, habe einer der Personen drei Minuten auf ihn eingeredet. Die Personen trugen laut Bauer Sturmmasken, zum Teil sei nur der Mund zu sehen gewesen.

Einer der Unbekannten soll ihn mit den Worten gewarnt haben: "Am Sonntag zählt nur ein Sieg im Derby gegen Halle, und wenn ihr nicht gewinnt, kommen wir wieder."

Trotz der Dissonanzen soll ein vereinbartes Treffen zwischen Bauer und dem Verein am Montag in Magdeburg stattfinden.

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