Der schwedische FIFA-Schiedsrichter Jonas Eriksson hat die Fußball-Welt anlässlich des Selbsttötungsversuchs von Bundesliga-Referee Babak Rafati zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit den Unparteiischen aufgefordert.

"Man sollte sich der Tatsache bewusst sein, was man anrichten kann, wenn man dem Schiedsrichter die Schuld gibt. Der Druck ist mitunter fast unerträglich und Kritik unser täglich Brot. Ich ermahne alle, mehr nachzudenken", sagte der 41 Jahre alte Schiedsrichter der Tageszeitung "Aftonbladet".

Eriksson gab an, Rafati "von dem ein oder anderen UEFA-Lehrgang" gekannt zu haben, und sprach angesichts der Geschehnisse vom vergangenen Samstag von einer "unglaublichen Tragödie für den Menschen Babak Rafati".

Es sei heutzutage sehr einfach, Referees via Internet an den Pranger zu stellen, ergänzte Eriksson, der es außerdem "unnötig" nannte, den schlechtesten Schiedsrichter einer Liga zu "küren". Rafati war von den Bundesliga-Profis im Fachblatt kicker dreimal in den vergangenen vier Jahren zum schwächsten Unparteiischen gewählt worden.

"Es gibt keinen Schiedsrichter, der nicht immer sein Bestes geben würde, und keiner von uns macht doch absichtlich etwas falsch. Wir sind eben auch nur Menschen", ergänzte Eriksson, der am Dienstag das Champions-League-Spiel von Olympique Lyon gegen Ajax Amsterdam leitet.

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