In den Diskussionen um den Umgang mit den deutschen Schiedsrichtern hat Sportdirektor Max Eberl auch den DFB in die Pflicht genommen.

"Wir sollten jetzt nicht in Richtung Verantwortung der Fans und Verantwortliche abschmieren. Dieses Problem müssen wir gemeinschaftlich lösen. Im Stadion wird es immer 50 Prozent geben, denen es der Schiedsrichter nicht recht machen kann", sagte Eberl.

Natürlich müssten die Verantwortlichen ihren Teil dazu beitragen, dass der Schiedsrichter nicht der Öffentlichkeit zum Fraß vorgeworfen wird. Man könne auch darüber reden, dass die Spieler ehrlicher miteinander umgehen.

"Aber muss es denn sein, dass es den 'Pfiff der Woche' gibt oder dass eine halbe Stunde darüber diskutiert wird, ob der Ball eine Fußspitze über der Linie war? Da muss auch der DFB seine Schiedsrichter besser schützen. Da darf er seine Schiedsrichter nicht alleine lassen", ergänzte Eberl.

Ins gleiche Horn stößt auch Wolfgang Mierswa. Niedersachsens Schiedsrichter-Chef sieht nach dem Selbstmordversuch von Babak Rafati ebenfalls den DFB in der Pflicht.

Künftig sei es umso mehr Aufgabe der Schiedsrichter-Kommission des DFB und der Verbandsausschüsse, "dafür zu sorgen, dass unsere Schiedsrichter von uns gestärkt werden, wenn sie von der Öffentlichkeit respektlos behandelt werden", sagte Mierswa, der Vorsitzende des niedersächsischen Verbands-Schiedsrichterausschusses, der "Frankfurter Rundschau".

Mierswa kennt Rafati bereits seit über 30 Jahren und beschreibt den 41-Jährigen als "hoch geschätzten Kollegen", der "mit dem, was er auf dem Platz leistet, immer sehr selbstkritisch umzugehen pflegt".

Zudem nannte der frühere Erstliga-Schiedsrichter Rafatis Suizidversuch "ein Alarmzeichen sondergleichen" und hofft, "dass diesmal nicht, wie nach dem Tod von Robert Enke, wieder zur Tagesordnung übergegangen wird".

Auch den Umgang mit Schiedsrichter-Fehlern in der Öffentlichkeit kritisierte Mierswa. In den Medien und von den Fans werde viel zu wenig wahrgenommen, "wie sehr einem Schiedsrichter ein Fehler schon auf dem Platz unter die Haut geht".

DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte zuvor moniert, dass den Schiedsrichtern im Stadion mehr Respekt entgegen gebracht werden müsse.

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