Nach 16 Monaten ist der erste Prozess im Fußball-Wettskandal zu Ende gegangen.

Nachdem seine drei Mitangeklagten bereits im April 2011 zu Haftstrafen zwischen drei Jahren und drei Jahren und elf Monaten verurteilt worden waren, wurde jetzt die Verhandlung gegen den Schweinfurter Amateurfußballer Kristian S. eingestellt.

Sein Verteidiger Udo Klaus Duits und Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek bestätigten einen Bericht der "Main Post".

"Die Schuld war gering. Deshalb war es angezeigt, den Prozess einzustellen", sagte Bienioßek und verwies auf die13-monatige Untersuchungshaft des Angeklagten. Die Kosten des Verfahrens übernimmt die Staatskasse, S. verzichtete auf eine Haftentschädigung.

Vier von fünf Anklagepunkten waren bereits im vergangenen Jahr fallen gelassen worden, übrig blieb am Ende nur der Vorwurf der Beihilfe zum Betrug.

Nach 44 Verhandlungstagen einigten sich die Beteiligten auf die Einstellung.

Die Haupttäter um den Wettpaten Ante Sapina waren in einem gesonderten Prozess im Mai 2011 zu Haftstrafen von bis zu fünfeinhalb Jahren verurteilt worden.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelte gegen mehr als 300 Verdächtige, rund 200 Spiele in ganz Europa sollen manipuliert worden sein. Mit dem Prozessende werden die Akten im Wettskandal aber nicht geschlossen.

"Es ist noch nicht erledigt, es geht noch weiter", sagte Bienioßek.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel