Auch DFB-Vize-Präsident Hermann Korfmacher ist auf Distanz zum ehemaligen Verbands-Chef Theo Zwanziger gegangen.

"Die Aussagen von Herrn Zwanziger sind nicht nachvollziehbar. Der Amateur-Fußball ist fassunglos und distanziert sich davon. Wie sich der ehemalige DFB-Präsident zu Personen und Abläufen äußert, die intern besprochen wurden, ist befremdlich. Außerdem ist die öffentliche Kritik in keinster Weise nachzuvollziehen", sagte Korfmacher, der für die Regional- und Landesverbände im Deutschen Fußball-Bund spricht.

Zwanziger hatte am Mittwoch in Berlin seine Autobiografie vorgestellt und in einem Zeitungs-Interview harsche Kritik an seinem Nachfolger Wolfgang Niersbach geübt.

Energisch widersprach Korfmacher, der Chef des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes, Zwanzigers Kritik am Auschwitz-Besuch der DFB-Delegation im Vorfeld der EURO 2012 in Polen und der Ukraine: "Wir haben sehr sorgfältig und intensiv unsere Vorgehensweise im Präsidium diskutiert und entsprechend abgestimmt. Es hat bekanntlich sogar ein Dankesschreiben vom Internationalen Auschwitz-Komitee gegeben. Dies zeigt eindeutig, wie unser Besuch auch international bewertet wurde. Mir ist schleierhaft, was Herrn Zwanziger bewogen hat, solche Aussagen zu treffen."

Zwanziger hatte geäußert, der Besuch der Gedenkstätte in Auschwitz sei "zu schnell abgetan" worden: "Wer etwas Soziales macht, sollte das tun, weil er sich wirklich verpflichtet fühlt. Das muss man sichtbar machen. Das ist vor allem Sache des Präsidenten."

Niersbach neige dazu, "zu schnell und zu oft" die Rückkehr des DFB zum Kerngeschäft zu betonen. Sein soziales Engagement sei halbherzig, so Zwanziger. Korfmacher widersprach energisch: "Es ist doch überhaupt keine Frage, dass der DFB auch unter dem neuen Präsidenten seiner sozialen Verantwortung nachkommt, das hat Wolfgang Niersbach immer betont. Das Motto 'Fußball ist mehr als ein 1:0' ist schon von Egidius Braun geprägt worden, also auch vor Theo Zwanziger."

Der DFB-Vize stellte zudem klar: "Auch die Andeutungen, Wolfgang Niersbach sei an den Belangen der Basis nicht ausreichend interessiert, sind absolut nicht zutreffend. Der Präsident tritt engagiert für die Interessen des Amateurfußballs ein. Wir alle arbeiten seit dem 2. März sehr eng zusammen, es gibt einen intensiven und vertrauensvollen Austausch."

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