Die Abstimmung über die Vergabe der WM 2022 wird nicht wiederholt.

Der Weltverband FIFA dementierte damit einen Bericht der "Sport Bild", nach dem auf Empfehlung der FIFA-Ethikkommission angesichts der anhaltenden Bestechungsvorwürfe gegen den Wahlsieger Katar beim FIFA-Kongress im Mai auf Mauritius eine erneute Abstimmung über den Gastgeber der WM-Endrunde in neun Jahren stattfinden soll.

Katar hatte im Dezember 2010 den Zuschlag für 2022 erhalten.

Die FIFA teilte mit, dass der Sachverhalt sich seit der letzten Stellungnahme der FIFA-Ethikkommission nicht geändert habe. "Die Ethikkommission hat nach ihrer letzten Sitzung in ihrer offiziellen Stellungnahme lediglich angekündigt, die von der FIFA an die Ethikkommission weitergeleiteten und auf Medienberichten basierenden Anschuldigungen im Zusammenhang mit Vorfällen rund um das Bewerbungsverfahren für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu prüfen", heißt es in der Stellungnahme.

"Und dies einschließlich der Beweise und der Glaubwürdigkeit jeglicher Behauptung individuellen Fehlverhaltens. Sämtliche anderweitigen Behauptungen in aktuellen Medienberichten entbehren jeder Grundlage."

Eine Annullierung der Entscheidung für den Wüstenstaat wäre eine drastische Konsequenz aus bislang noch nicht bekannten Erkenntnissen von FIFA-Chefermittler Michael Garcia (USA). Die Ethikkommission hatte im vergangenen Spätsommer die Untersuchungen von Umständen der Entscheidung im FIFA-Exekutivkomitee für Katar wegen Berichten über Unregelmäßigkeiten aufgenommen.

Im Blickfeld der Spekulationen standen bislang besonders vermeintliche Stimmenkäufe des damaligen FIFA-Vizepräsidenten Mohammed Bin Hammam für sein Heimatland.

Zuletzt war allerdings auch Präsident Michel Platini von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wegen seines Votums für die Araber ins Zwielicht geraten: Der Franzose soll von seinem damaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy bei einem gemeinsamen Abendessen mit dem Emir von Katar zur entsprechenden Stimmabgabe gedrängt worden sein.

Im Gegenzug sollen die Katarer milliardenschwere Investitionen in Frankreich und im französischen Fußball versprochen haben. Platinis Sohn Laurent übernahm außerdem 2011 innerhalb einer Investoren-Gruppe in Katar einen lukrativen Posten.

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