Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will im Kampf gegen Rassismus künftig zu drastischen Strafmaßnahmen greifen.

Laut eines Plans des Dachverbandes sollen Spieler, die wegen rassistischer Vorfälle schuldig gesprochen worden sind, für mindestens zehn Spiele gesperrt werden.

Das teilte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino (43) am Rande der Fußballmesse Soccerex in Manchester mit. "Wir müssen Sanktionen haben und die müssen eine abschreckende Wirkung haben", sagte der Italo-Schweizer.

Auch den Vereinen droht bei rassistischen Vorkommnissen eine drakonische Strafe. Bei einem ersten Vorfall soll der Teil des Stadions, in dem sich der Vorfall ereignet hat, gesperrt werden.

Im Wiederholungsfall werde das gesamte Stadion geschlossen und eine Buße von mindestens 50.000 Euro fällig, sagte Infantino.

Zudem seien die Schiedsrichter ermutigt worden, Partien abzubrechen, falls es zu rassistischen Beleidigungen der Spieler durch Zuschauer komme. Die neuen Regeln, die vom UEFA-Exekutivkomitee diskutiert werden, könnten bereits in der kommenden Saison umgesetzt werden.

Der Fußball wurde zuletzt immer wieder durch rassistische Attacken erschüttert. Erst am Sonntag sollen Anhänger des italienischen Erstligisten AC Florenz den früheren Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand und dessen Teamkollegen Mario Balotelli mehrfach mit "Affenlauten" beleidigt haben.

Im Januar hatte Boateng bei einem Testspiel beim Viertligisten Pro Patria wegen rassistischer Beleidigungen den Platz verlassen. Seine Mitspieler schlossen sich an, die Partie wurde abgebrochen.

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