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Paolo Rossi (z.v.l.) erzielte insgesamt sechs Turniertreffer für Italien © getty

Bei der WM 1982 in Spanien schießt das "Engelsgesicht" Italien zum Titel. Eine deutsch-österreichische Anti-Leistung bestürzt.

München - Italien feierte tage- und nächtelang: Die Squadra Azzurra gewann 1982 bei der WM in Spanien ihren dritten Titel nach 1934 und 1938.

3:1 im Finale gegen Deutschland: Ein verdienter Sieg für das Team von Enzo Bearzot, Italien ein würdiger Champion im erstmals 24 Teilnehmer starken WM-Feld.

Nicht nur, weil die Mannschaft um Kapitän Dino Zoff, den damals schon 40 Jahre alten Torwart, im Madrider Endspiel durch das sechste Tor von Paolo Rossi im Turnierverlauf sowie die weiteren Teffer von Marco Tardelli und Alessandro Altobelli erfolgreich war. (Der WM-Spielplan)

So schwer sich die Italiener in der Vorrunde mit drei mageren Unentschieden gegen Polen, Peru und Kamerun getan hatten, so eindrucksvoll präsentierten sie sich in der zweiten Finalrunde, die noch als Dreikampf ausgetragen wurde.

Rot für Maradona

Zunächst mit 2:1 bezwungen wurde Titelverteidiger Argentinien, der schon das Eröffnungsspiel in Barcelona gegen Belgien verloren hatte (0:1) und dann durch ein 1:3 gegen den südamerikanischen Rivalen Brasilien ausschied.

Dabei erhielt Diego Maradona, erstmals WM-Teilnehmer und zuvor von einer Serie übler Fouls betroffen, wegen einer Tätlichkeit gegen Batista in seiner damaligen Wahlheimat die Rote Karte.

Im "Finale" der Gruppe gelang Italien ein 3:2 gegen den haushohen Favoriten Brasilien. "Ein Meisterwerk mit der Unterschrift Paolo Rossi" - so hieß die Schlagzeile einer Zeitung zu diesem sensationellen Resultat.

Rossi im Alleingang

Das "Engelsgesicht", so Rossis Beiname, machte den vorzeitigen Heimflug der Stars vom Zuckerhut durch drei Tore ebenso im Alleingang perfekt wie in der Vorschlussrunde mit zwei Treffern den 2:0-Sieg über Polen.

"Ganz Brasilien weinte", und erstmals seit 1966 war kein südamerikanisches Team unter den letzten Vier vertreten. Trauer lösten aber auch andere Ereignisse aus.

Gastgeber Spanien enttäuschte restlos, überstand trotz einer 1:1-Blamage gegen Honduras und einer 0:1-Niederlage gegen Nordirland zwar mit Mühe die erste Runde, schied aber im zweiten Abschnitt durch ein 1:2 gegen Deutschland und ein 0:0 gegen England sang- und klanglos aus.

Nichtangriffspakt in Gijon

Tränen und Wut gab es nach dem Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und Österreich in Gijon bei den Spielern Algeriens.

Die Afrikaner waren die Leidtragenden einer schändlichen Vorstellung, die das DFB- und das Austria-Team in Gijon ablieferten.

Nach Horst Hrubeschs Tor reichte beiden Mannschaften das 1:0-Ergebnis zum Weiterkommen, nachdem die von Jupp Derwall betreuten Deutschen im ersten Spiel gegen WM-Neuling Algerien eine 1:2-Pleite erlebt hatten.

Der "Thrilla von Sevilla"

Trotz des abschließenden Einzugs ins Endspiel aufgrund einer großartigen Aufholjagd im Halbfinale gegen Frankreich, dem "Thrilla von Sevilla", der nach einem 1:3-Rückstand und 3:3 nach Verlängerung mit 5:4 im Elfmeterschießen gewonnen wurde, kam keine Freude über das eigentlich doch erfolgreiche Abschneiden auf.

Zu unangenehm waren während der gesamten WM die Begleitumstände um Paul Breitner und Co. gewesen.

"Diplomatenrolle" von Eschweiler

Freude über einen Deutschen kam dennoch auf.

Allerdings musste Schiedsrichter Walter Eschweiler dafür nach einem Zusammenprall mit dem Peruaner Velasquez im Spiel gegen Italien einen unfreiwilligen Purzelbaum hinlegen, der zudem eine blutende Nase zur Folge hatte.

Immerhin wurde die "Diva" aus dem Auswärtigem Amt in Bonn durch die "Diplomatenrolle" mit einem Schlag weltweit berühmt.

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